Chile lehnt das Bergbauprojekt Dominga ab: Umwelttriumph zum Schutz des Humboldt-Pinguins

Das Berufungsgericht der nördlichen Region Chiles bestätigte die Ablehnung des Bergbauprojekts Dominga, das von der multinationalen Andes Iron gefördert wurde. Die Initiative beabsichtigte, zwei Eisen- und Kupferminen zu eröffnen, mit einer geschätzten Investition von 2,5 Milliarden Dollar, sowie den Bau eines Hafens in La Higuera, Region Coquimbo, mitten in der Nationalen Humboldt-Pinguin-Reserve.

Das Gericht hob die von der Firma eingereichten Berufungen auf und bestätigte die Entscheidung des Ministerkomitees vom Januar 2025, das das Projekt einstimmig abgelehnt hatte. Die Umweltministerin, Maisa Rojas, begrüßte die Entscheidung als Bestätigung dafür, dass „die Institutionen funktionieren“ und dass das Projekt endgültig verworfen wird.

Der Humboldt-Pinguin: Wächterart

Der Schutz des Humboldt-Pinguins (Spheniscus humboldti) steht in diesem Fall im Mittelpunkt. Chile beherbergt etwa 80 % der Weltbevölkerung dieser gefährdeten Art, was das Land zu ihrem Hauptwächter macht. Sein Schutz ist entscheidend, weil:

  • Wächterart: Er spiegelt die Gesundheit des Humboldtstroms wider und zeigt die Produktivität des Ozeans und die Verfügbarkeit von Nahrung für andere Arten an.
  • Hohe Konzentration in Chile: Er nistet an kritischen Orten wie den Inseln Chañaral, Choros und Pan de Azúcar.
  • Naturdenkmal: Rechtliche Instrumente wurden gestärkt, um ihn zu schützen und Aktivitäten zu begrenzen, die seinen Lebensraum beeinträchtigen.
  • Einzigartiges Ökosystem: Sein Schutz bedeutet die Erhaltung des sogenannten „chilenischen Galápagos“ mit mehr als 560 Meeresarten.
  • Direkte Bedrohungen: Er ist Risiken wie dem Klimawandel, Überfischung, Verlust von Nistplätzen und der Vogelgrippe ausgesetzt.
Humboldt-Pinguin
Das Gericht hebt die Berufungen von Andes Iron auf und schützt den Lebensraum des Humboldt-Pinguins.

Auswirkungen des Dominga-Projekts

Das Bergbau- und Hafenprojekt drohte, das marine und küstennahe Ökosystem der Region erheblich zu verändern.

Der Bau eines Hafens in La Higuera hätte den Schiffsverkehr und die Verschmutzung erhöht und die Pinguinkolonien und andere Meeresarten direkt beeinträchtigt. Darüber hinaus hätte der Bergbau Risiken wie Verlust der Biodiversität, Wasserverschmutzung und Konflikte mit lokalen Gemeinschaften mit sich gebracht.

Ein Präzedenzfall für die Umweltpolitik

Die endgültige Ablehnung des Dominga-Projekts setzt einen entscheidenden Präzedenzfall in der chilenischen Umweltpolitik und zeigt, dass gerichtliche und ministerielle Entscheidungen mit dem Schutz der Biodiversität im Einklang stehen können, trotz wirtschaftlicher Interessen. Es spiegelt auch einen kulturellen Wandel wider: Die chilenische Gesellschaft fordert zunehmend, dass wirtschaftliche Entwicklung mit der Erhaltung ihrer einzigartigen Ökosysteme vereinbar ist.

Das Urteil gegen das Dominga-Projekt schützt nicht nur den Humboldt-Pinguin, sondern sichert auch die Erhaltung eines weltweit bedeutenden marinen Ökosystems. Chile bekräftigt damit seine Rolle als Hüter der Biodiversität und sendet eine klare Botschaft: Die energetische und wirtschaftliche Zukunft des Landes muss aufgebaut werden, ohne den natürlichen Reichtum zu gefährden, der es auszeichnet.

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