Costa Rica überrascht die Welt mit einem beispiellosen Zusammenleben zwischen ländlichen Gemeinden, Pumas und Tapiren

Im Süden von Costa Rica zeigt eine kleine Gemeinde in der Nähe des Nationalparks Corcovado, dass das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und großen Wildsäugetieren zu einem echten Werkzeug für den Umweltschutz werden kann.

Die Erfahrung findet in Rincón de San Josecito statt, wo die Nachbarn täglich mit Pumas und Tapiren zusammenleben in einem Szenario, das bis vor einigen Jahrzehnten von Jagd und extremem Überleben geprägt war. Heute jedoch begann sich das Gebiet dank des Fortschritts des Ökotourismus und der Umweltbildung zu verändern.

Der Dokumentarfilm „Viviendo con Pumas y Dantas“, gefördert von BirdnWild zusammen mit der Fundación Corcovado, zeigt, wie eine ländliche Gemeinschaft es geschafft hat, Angst und Verfolgung durch ein Modell des Schutzes der Biodiversität zu ersetzen, das auf Respekt und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung basiert.

Costa Rica überrascht die Welt mit einem beispiellosen Zusammenleben zwischen ländlichen Gemeinden, Pumas und Tapiren. Foto: Go Visit Costa Rica.
Costa Rica überrascht die Welt mit einem beispiellosen Zusammenleben zwischen ländlichen Gemeinden, Pumas und Tapiren. Foto: Go Visit Costa Rica.

Vom Konflikt mit der Fauna zu einer naturverbundenen Wirtschaft

Vor Jahrzehnten waren die Familien von Rincón de San Josecito direkt auf die Jagd zur Ernährung angewiesen. Armut, Isolation und der Mangel an Ressourcen machten den Wald zu einer Quelle des unmittelbaren Überlebens.

Die Ankunft des Ökotourismus veränderte jedoch langsam die Beziehung zwischen den Menschen und der Wildfauna. Die Tiere wurden nicht mehr als Bedrohungen oder Beute angesehen, sondern begannen, sich in eine natürliche Attraktion zu verwandeln, die Arbeitsplätze und Einkommen für die Gemeinde schaffen konnte.

Derzeit arbeiten viele Einwohner als Fremdenführer und begleiten Besucher, die daran interessiert sind, Vögel, Säugetiere und tropischen Regenwald zu beobachten. Dieser Wandel ermöglichte es ehemaligen Jägern, neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu finden, die mit dem Umweltschutz verbunden sind.

Darüber hinaus fördert das Projekt Schulungen und Zertifizierungen, um neue lokale Führer auszubilden und eine nachhaltige Wirtschaft zu stärken, die auf der Erhaltung des Waldes und der Biodiversität basiert.

Pumas und Tapire gehen in der Nähe der Häuser

Einer der überraschendsten Aspekte der Erfahrung in Costa Rica ist die Natürlichkeit, mit der sich die Pumas in der Nähe der Häuser und Wege der Gemeinde bewegen. In den meisten Teilen Amerikas werden diese großen Katzen normalerweise mit Konflikten oder Angriffen auf Vieh in Verbindung gebracht.

In Rincón de San Josecito hingegen sind Begegnungen mit Pumas Teil des täglichen Lebens. Ähnliches passiert mit dem Tapir oder Bairds Tapir, einer bedrohten Art, die selten so nah an menschlichen Siedlungen zu sehen ist.

Dennoch bleibt das Zusammenleben fragil. Der Fall von Gemelito, einem jungen Puma, der in der Nähe der Gemeinde aufgezogen wurde und später getötet wurde, als er in andere Gebiete zog, zeigte, dass der Schutz nur funktioniert, wenn er sich über ein isoliertes Gebiet hinaus ausdehnt.

Aus diesem Grund versuchen BirdnWild und die Fundación Corcovado, das Programm auf benachbarte Gemeinden auszuweiten, indem sie Umweltbildung und arbeitsbezogene Ausbildung im Bereich Ökotourismus fördern.

Costa Rica überrascht die Welt mit einem beispiellosen Zusammenleben zwischen ländlichen Gemeinden, Pumas und Tapiren. Foto: Ecosistemas de Costa Rica.
Costa Rica überrascht die Welt mit einem beispiellosen Zusammenleben zwischen ländlichen Gemeinden, Pumas und Tapiren. Foto: Ecosistemas de Costa Rica.

Warum überrascht dieses Zusammenleben die Wissenschaftler?

Das Zusammenleben zwischen Menschen, Pumas und Tapiren ist für die Forscher außergewöhnlich, weil es den Großteil der in anderen Regionen Lateinamerikas beobachteten Muster widerspricht. Normalerweise führt die Anwesenheit von großen Raubtieren in der Nähe menschlicher Siedlungen zu Konflikten, Verfolgung oder der Eliminierung von Tieren.

In Costa Rica hingegen entwickelte die Gemeinde eine Beziehung, die auf Toleranz, Schutz und gemeinsamen Vorteilen basiert. Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass dieser kulturelle Wandel zeigt, wie Schutzstrategien gestärkt werden können, wenn sich gleichzeitig die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der Menschen verbessern.

Ebenso stellt die Erfahrung die Vorstellung in Frage, dass die menschliche Nähe immer eine Bedrohung für die Wildtiere darstellt. In Rincón de San Josecito ermöglichte der gemeinschaftliche Schutz, dass gefährdete Arten Vertrauen zurückgewannen und sich frei in der Nähe bewohnter Gebiete bewegten.

Die Spezialisten betonen, dass dieses Modell in anderen Gebieten repliziert werden könnte, in denen der Verlust der Biodiversität und die Konflikte mit wilden Tieren weiter zunehmen. Der Schlüssel, so sagen sie, liegt darin, Bildung, nachhaltige Beschäftigung und Umweltschutz innerhalb einer einheitlichen territorialen Strategie zu kombinieren.

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