Drei Jahre nach dem Vorfall wird der Fall wegen Wilderei eines Jaguars in Formosa vor Gericht gebracht.

Die Verbreitung eines Videos im Dezember 2022, das die Verfolgung und Tötung eines Jaguars in der Stadt Clorinda in Formosa zeigte, löste nationale Empörung aus und wurde zum Mittelpunkt einer gerichtlichen Untersuchung.

Drei Jahre später, im September 2025, erhob das Bundesgericht Nr. 1 von Formosa unter der Leitung von Richter Pablo Morán Anklage gegen Carlos Chagra wegen des mutmaßlichen Jagdverbrechens an dem Raubtier und beantragte die Erhebung zur Hauptverhandlung.

Das Video, das die Untersuchung auslöste

In der Aufnahme ist zu hören, wie ein Mann —vermutlich Chagra— das Tier als „den Unglücklichen“ bezeichnet, während er seine Gefangennahme feiert:

„Endlich haben wir es mit den Jungs geschafft. Seit sieben Uhr morgens sind wir ihm auf den Fersen. Ein riesiges Männchen. Über 150 Kilo.“

Obwohl der genaue Moment des Todes nicht aufgezeichnet wurde, dokumentiert das Material die Verfolgung und die Zufriedenheit der Jäger. Die Fundación Red Yaguareté überprüfte den Inhalt und erstattete Anzeige bei der Argentinischen Bundespolizei und der UFIMA, was den Fall ins Rollen brachte.

Durchsuchungen und gesammelte Beweise

Im Februar 2023 durchsuchte die Justiz das Haus von Chagra und beschlagnahmte:

  • Drei Schusswaffen (einschließlich Schrotflinte und Gewehr).
  • Munition und Zubehör für die professionelle Jagd.
  • Ein Puma-Fell, das in einem Gefrierschrank aufbewahrt wurde.
  • Fotos von erlegten Wildtieren und ein Bild, das der Haut eines Jaguars zugeschrieben wird.

Es wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Ausreiseverbot, Verbot der Verwendung von Schusswaffen und die Zahlung einer Kaution von 3.770.000 Pesos. Außerdem wurden Sprach- und anthropomorphe Gutachten angeordnet, denen sich der Angeklagte verweigerte.

yaguareté en Formosa
Ein emblematischer Fall, der die Straflosigkeit der illegalen Jagd und die Dringlichkeit von Naturschutzmaßnahmen aufzeigt.

Die Verteidigung und die Anfechtungen

Chagra bestritt, an der Jagd teilgenommen zu haben, und behauptete, das Video sei bearbeitet. Er argumentierte, die Waffen seien alt und das Puma-Fell gehöre seinem verstorbenen Vater. Sein Anwalt, Rosalino Tanco, behauptete, das Material habe keinen Beweiswert aufgrund fehlender Beweiskette und fehlender Augenzeugen.

Die Kläger —Nationalparks, Fundación Red Yaguareté und die Provinz Formosa— wiesen diese Behauptungen zurück. Die Anwältin Natalia Cardozo stellte klar, dass die Akte das Originaldokument enthält und das Wasserzeichen den Beweis nicht ungültig macht.

Gerichtliche Fortschritte und Kontext

Der Fall reiht sich in andere jüngste Fortschritte ein:

  • Im August 2025 verhängte die Justiz die erste rechtskräftige Verurteilung wegen Jaguarjagd gegen vier Männer aus Ibarreta.
  • Die Untersuchung zum Verschwinden von Acaí, einem im Chaco-Impenetrable überwachten Weibchen, bleibt offen, mit einer Belohnung von 250 Millionen Pesos.

Mit etwa 250 Exemplaren im ganzen Land ist der Jaguar ein Nationales Naturdenkmal und befindet sich in kritischer Gefahr des Aussterbens. Die Erhebung zur Hauptverhandlung macht diesen Fall zum zweiten wegen Jagd auf diese Art, der die mündliche Verhandlung erreicht.

Legislative Debatte und Koexistenzpolitiken

Im Kongress bleibt ein von Abgeordnetem Damián Arabia initiiertes Projekt unbehandelt, das vorschlägt, die Strafen für Verbrechen gegen geschützte Arten auf 4 bis 8 Jahre Gefängnis zu erhöhen.

Über die Sanktionen hinaus betonen Experten die Notwendigkeit, ein Koexistenzprogramm zwischen Jaguaren und ländlichen Gemeinden umzusetzen. Nicolás Lodeiro Ocampo, Direktor von Red Yaguareté, fasst es zusammen:

„Wenn wir es nicht schaffen, dass die Menschen lernen, mit dem Jaguar zu koexistieren, wird der Jaguar aussterben. Mit einem Koexistenzplan gewinnen alle.“

Die Erhebung zur Hauptverhandlung wegen der Jagd auf den Jaguar in Formosa markiert einen historischen Fortschritt im Kampf gegen die Wilderei in Argentinien. Der Fall zeigt die Notwendigkeit auf, Strafen zu verschärfen, Kontrollen zu verstärken und öffentliche Koexistenzpolitiken zu entwerfen, die den Schutz einer der emblematischsten und bedrohtesten Arten des Landes ermöglichen.

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