Am 10. Juli wurde die Freilassung des ersten rehabilitierten Huemuls im Rettungs- und Rehabilitationszentrum für Huemuls abgeschlossen, das im Oktober 2025 in Las Horquetas neben dem Nationalpark Cerro Castillo (Aysén) eröffnet wurde.
Diese Einrichtung ist Teil des Huemul-Korridors, einer groß angelegten Naturschutzstrategie, die von der Fundación Rewilding Chile zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium, CONAF und dem SAG gefördert wird.
Das freigelassene Exemplar war ein erwachsenes Männchen, das an Abszessen litt, die durch das Bakterium Corynebacterium pseudotuberculosis verursacht wurden, das von Hausvieh übertragen wird. Nach einem Monat spezialisierter Pflege reagierte das Tier optimal auf die Behandlung und konnte in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehren.
Bedeutung des Zentrums
Diese Einrichtung ist das erste exklusive Krankenhaus für Huemuls in Chile, das sich der Erholung einer vom Aussterben bedrohten Art widmet, die als Naturdenkmal gilt. Es wird geschätzt, dass nur noch 1.500 Individuen in fragmentierten Populationen zwischen Chile und Argentinien überleben, was etwa 1 % ihrer ursprünglichen Population entspricht.
Das Zentrum erfüllt die Vorschriften des Jagdgesetzes 19.473, das die Räume zur Erholung von Wildtieren regelt, die durch menschliche Aktivitäten betroffen sind. Seine Schaffung reagiert auf die Notwendigkeit, einen Ort für längere Behandlungen zu haben, etwas, das es zuvor im Land nicht gab.
Institutionelle Stimmen
- Eugenio Canales, Seremi für Umwelt von Aysén: „Es ist bemerkenswert, weil es das erste Zentrum in Chile für die Rehabilitation des Huemuls ist, einer einheimischen Fauna, die auf unserem Nationalwappen steht.“
- Claudio Aguirre, Regionaldirektor des SBAP: Er schätzte die gemeinsame Arbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen, um gesunde Exemplare in die Natur zurückzubringen.
- Guillermo Díaz, SAG Aysén: Er hob hervor, dass es jetzt einen Ort für längere Behandlungen gibt, was die Überlebens- und Wiedereingliederungschancen erhöht.
- Mario Alegría, Verwalter des PN Cerro Castillo: Er betonte, dass 10 % der Huemul-Population in diesem Gebiet konzentriert sind, was es entscheidend macht, dieses Zentrum zu haben.
- Sebastián Riestra, Fundación Rewilding Chile: „Dass ein Huemul mit einer schweren Pathologie heute wiederhergestellt wurde und in die Freiheit zurückkehrt, eröffnet uns einen Weg der Hoffnung.“

Historischer Kontext und Bedrohungen
Der Huemul (Hippocamelus bisulcus), das südlichste Reh der Welt, verschwand aus einem Großteil seines historischen Verbreitungsgebiets durch Jagd, extensive Viehzucht und Lebensraumfragmentierung.
In Cerro Castillo erzeugte die Beweidung von Tausenden von Viehbeständen bis 2019 Druck auf die Wildtiere und erleichterte die Übertragung von Krankheiten wie der Lymphadenitis caseosa.
Der Huemul-Korridor
Die Initiative zielt darauf ab, Populationen entlang der Anden zu verbinden, Bedrohungen zu identifizieren und die Erholung der Art zu stärken. Das Ziel ist es, mehr Freilassungen zu erreichen und in Zukunft von wachsenden Populationen und einem Huemul zu sprechen, der nicht mehr vom Aussterben bedroht ist.
Die Freilassung des ersten rehabilitierten Huemuls markiert einen historischen Meilenstein im chilenischen Naturschutz.
Das exklusive Zentrum in Cerro Castillo bietet nicht nur Hoffnung für diese emblematische Art, sondern symbolisiert auch Chiles Engagement für den Schutz seiner Biodiversität. Mit koordinierter und nachhaltiger Arbeit könnte der Huemul einen Teil seiner Population wiedererlangen und aufhören, ein gefährdetes Symbol zu sein.



