Im Mai 2026 gelang es zwei Touristen aus Carmen de Patagones (Buenos Aires), den jungen Jaguar Ombú in der Laguna Iberá in der Gemeinde Colonia Carlos Pellegrini in Corrientes für mehr als zwei Minuten zu filmen.
Die Aufnahme wurde offiziell von der Tourismusdirektion der Gemeinde bestätigt und in den sozialen Netzwerken als historisches Ereignis verbreitet.
Das Video zeigt die Raubkatze in Ruhe, wie sie ihre Umgebung beobachtet, gähnt und ihre Zähne zeigt, bevor sie sich wieder in den einheimischen Wald zurückzieht.
Der Protagonist: Ombú
Ombú ist ein junger Männchen von eineinhalb Jahren, der in freier Wildbahn auf der Insel San Alonso in den Esteros del Iberá geboren wurde. Er ist der Sohn von Porá und Colí und gehört damit zur zweiten Generation von Jaguaren, die in Freiheit geboren wurden nach dem Wiedereinführungsprogramm der Fundación Rewilding Argentina.
Sein entspanntes Verhalten gegenüber den Touristen spiegelt die friedliche Natur der Art wider und symbolisiert den Erfolg des Wiederbesiedlungsprozesses in Iberá.
Ein Symbol des Naturschutzes
Die Sichtung von Ombú ist aus mehreren Gründen relevant:
- Einzigartige audiovisuelle Aufnahme: Es ist das erste Mal, dass Touristen einen Jaguar in einem öffentlich zugänglichen Bereich des Nationalparks Iberá filmen können.
- Bevölkerungswachstum: Corrientes ist die einzige argentinische Provinz, in der die Jaguarpopulation in Anzahl und Verbreitung zunimmt. Derzeit gibt es etwa 50 Exemplare in Freiheit in Iberá.
- Prozess der natürlichen Verbreitung: Laut der Red Yaguareté befindet sich Ombú in der Phase, in der sich junge Jaguare außerhalb des Gebiets bewegen, in dem sie geboren wurden, ein Schlüsselverhalten für die Ausbreitung der Art.
Der historische Kontext
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang war der Jaguar in Corrientes aufgrund der Jagd abwesend. Die von Rewilding Argentina initiierte Wiedereinführung ermöglichte die Rückkehr der großen Raubkatze in dieses Ökosystem, das als eines der wichtigsten Feuchtgebiete des Landes gilt.
Die Sichtung von Ombú verstärkt die Idee, dass Naturschutz lokale Aussterbeprozesse umkehren und emblematische Arten, die wesentliche ökologische Rollen erfüllen, in die Umwelt zurückbringen kann.
Touristischer und gemeinschaftlicher Einfluss
Das Treffen fand in der Nähe von Colonia Carlos Pellegrini statt, dem Gebiet mit dem größten Touristenandrang in Iberá. Die Möglichkeit, einen Jaguar in Freiheit zu beobachten, steigert die Attraktivität des Reiseziels und stärkt die Beziehung zwischen Naturschutz und lokaler Entwicklung.
Die Tourismusdirektion betonte, dass die Sichtung mit Vorsicht und aus der Ferne erfolgte, unter Einhaltung der Sicherheits- und Verhaltensregeln im Umgang mit der Wildfauna.
Die Aufnahme von Ombú ist weit mehr als ein virales Video: Sie ist ein Meilenstein für den Jaguarenschutz in Argentinien. Sie repräsentiert die Hoffnung, dass die Art, die als vom Aussterben bedroht gilt, ihren Platz in den Ökosystemen des Landes zurückerobern kann.
„Der Jaguar ist nicht verloren, aber er braucht, dass wir gemeinsam handeln“, betonen die Spezialisten und unterstreichen, dass jede Sichtung auch ein Aufruf ist, die Schutz- und Koexistenzbemühungen fortzusetzen.



