Die Kirche fordert, Änderungen am Gletschergesetz zu stoppen: Gletscher sind „Wasserkathedralen“ und ein universelles Recht

Die Kommission für Sozialpastoral, die zur Argentinischen Bischofskonferenz gehört, veröffentlichte einen Brief an nationale Abgeordnete und Senatoren angesichts der Möglichkeit, das Gesetz Nr. 26.639 über Mindestanforderungen zum Schutz der Gletscher und der Periglazialumgebung zu ändern.

In dem Text äußerte die Kirche ihre „tiefe Besorgnis“ und forderte die Gesetzgeber auf, „das Gemeinwohl über individuelle Interessen zu stellen“, und erinnerte daran, dass das geltende Gesetz das Ergebnis eines politischen, sozialen und wissenschaftlichen Konsenses ist.

Die Gletscher als „Wasserkathedralen“

Das Dokument betont, dass Gletscher keine einfachen wirtschaftlichen Ressourcen sind, sondern Quellen von Wasser und Leben, Regulatoren des Klimas und des Wasserkreislaufs. Die Kommission definierte sie als wahre „Wasserkathedralen“, die für die Bevölkerung, die produktiven Aktivitäten und die Biodiversität unerlässlich sind.

Der Brief warnt, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein grundlegendes und universelles Menschenrecht ist, dessen Beeinträchtigung sich zuerst auf die Ärmsten und die indigenen Gemeinschaften auswirkt.

Reform des Gletschergesetzes (AFP PHOTO/Walter Diaz/NA)
Reform des Gletschergesetzes (AFP PHOTO/Walter Diaz/NA)

Soziallehre und Laudato Si’

Der Text greift Konzepte der Soziallehre der Kirche und der Enzyklika Laudato Si’ auf und weist darauf hin, dass es keine getrennten Krisen gibt — eine ökologische und eine soziale —, sondern eine einzige sozial-ökologische Krise. Unter diesem Gesichtspunkt rief die Kirche dazu auf, einen ganzheitlichen Ansatz zu fördern, der Armut bekämpft, den Ausgeschlossenen Würde zurückgibt und die Natur schützt.

Die Sozialpastoral forderte die Gesetzgeber auf:

  • Die in dem Gletschergesetz festgelegten Mindestschutzanforderungen beizubehalten und zu stärken.
  • Die Stimme der lokalen Gemeinschaften und Wissenschaftler in jeder parlamentarischen Debatte zu hören.
  • Das Übereinkommen 169 der IAO und das Escazú-Abkommen in Diskussionen über die Ressourcennutzung zu respektieren.

Globale Wasserinsolvenz und historische Verantwortung

Das Schreiben warnt, dass der Planet in das Zeitalter der „globalen Wasserinsolvenz“ eingetreten ist, mit Flüssen, Seen, Grundwasserleitern, Feuchtgebieten, Böden und Gletschern, die so stark geschädigt sind, dass realistische Perspektiven für eine vollständige Erholung verloren gehen. Angesichts dessen forderte die Kirche, die Grenzen der Natur als Bedingung für eine gesündere menschliche und soziale Entwicklung anzuerkennen.

Die Kommission appellierte an die Verantwortung der Vertreter und zitierte Papst Franziskus, der vor den Auswirkungen der Umweltzerstörung, des aktuellen Entwicklungsmodells und der Wegwerfkultur warnte. Der Text schließt mit einem Aufruf zur intergenerationellen Solidarität und fordert die Gesetzgeber auf, „Strategen zu sein, die das Gemeinwohl über individuelle Interessen stellen“ und die Würde der Politik zu zeigen.

Das Eingreifen der Kirche in die Debatte über das Gletschergesetz verstärkt die Idee, dass Wasser ein universelles und unveräußerliches Recht ist und dass sein Schutz nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden kann. Der offene Brief wird zu einer Erinnerung daran, dass Gletscher ein natürliches und strategisches Erbe sind, das für das Leben und die Zukunft der kommenden Generationen unerlässlich ist.

Compartí esta nota

Últimas noticias

Te pueden interesar
Te pueden interesar

Durch den Klimawandel werden Spaniens Strände bis zu 80 Meter Sand durch Erosion verlieren

Die Strände Spaniens sind bis 2100 mit einem Verlust...

Spanien: 44 % der Flüsse und Feuchtgebiete in Umweltgefahr, warnt SEO/BirdLife

Spanien steht vor einer entscheidenden Herausforderung bei der Wiederherstellung...