Ein neuer Bericht von Greenpeace enthüllte, dass im Jahr 2025 210.702 Hektar Wald im Norden des Landes verloren gingen, was einem Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr (149.649 Hektar) entspricht.
Die Organisation warnte davor, dass die nationale Regierung und einige Provinzen versuchen, das Waldgesetz zu ändern, um weitere Abholzungen zu erleichtern, was sie als schwerwiegend und verfassungswidrig betrachten.
Daten des Berichts
Der Bericht, der anhand von Satellitenbildern erstellt wurde, zeigt, dass:
- Abholzungen: 94.204 Hektar (Santiago del Estero 51.149, Chaco 16.872, Salta 15.129, Formosa 11.054).
- Waldbrände: 116.498 Hektar (Santiago del Estero 53.325, Formosa 22.715, Chaco 21.520, Salta 18.938).
- Insgesamt verloren: 210.702 Hektar, was dem Zehnfachen der Fläche der Stadt Buenos Aires entspricht.
Nach Provinzen führt Santiago del Estero mit 104.474 verlorenen Hektar, gefolgt von Chaco (38.392), Salta (34.067) und Formosa (33.769).

Kritik von Greenpeace
Hernán Giardini, Koordinator der Waldkampagne, erklärte: „Angesichts der Klimaverpflichtungen, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, muss Argentinien deren Zerstörung verbieten und bestrafen“. Er prangerte auch die Mittäterschaft von Beamten und die Unzulänglichkeit der Geldstrafen an, um illegale Abholzungen und Brände zu stoppen.
Die Organisation startete die Kampagne votaporlosbosques.org, die darauf abzielt, Gefängnisstrafen für die Verantwortlichen der Waldzerstörung zu etablieren.
Bedeutung der einheimischen Wälder
Die Wälder im Norden Argentiniens, im Gran Chaco und in den Yungas, erfüllen lebenswichtige Funktionen:
- Klimaregulierung: Sie absorbieren Kohlendioxid und helfen, den Klimawandel zu mildern.
- Erhaltung der Biodiversität: Sie beherbergen einzigartige Arten wie das Chaco-Pekari und schützen Wassereinzugsgebiete.
- Sozioökonomische Unterstützung: Sie liefern Holz, Lebensmittel, Medizin und Unterstützung für indigene und bäuerliche Gemeinschaften.
- Katastrophenvorsorge: Sie kontrollieren die Erosion, regulieren den Wasserkreislauf und verringern das Überschwemmungsrisiko.
Der Gran Chaco ist das zweitgrößte Waldökosystem Südamerikas und entscheidend für das regionale Umweltgleichgewicht.
Der beschleunigte Verlust von Wäldern im Norden Argentiniens spiegelt eine Umwelt- und Politikkrise wider. Während die Wissenschaft auf die Dringlichkeit hinweist, diese Ökosysteme zu schützen, scheinen die Regierungsentscheidungen auf eine Lockerung der Umweltgesetze abzuzielen.
Der Schutz der einheimischen Wälder ist nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für die Lebensqualität der Gemeinschaften und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel von entscheidender Bedeutung.



