Straflosigkeit der Agrarindustrie: Sieben Produzenten aus Pergamino wurden freigesprochen, obwohl sie mit Pflanzenschutzmitteln verschmutzt hatten

Der mündliche Prozess über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Stadtrandgebiet von Pergamino endete mit einem Urteil, das einen Präzedenzfall für die umweltbezogenen Konflikte im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Aktivitäten darstellt. Das Bundesgericht Nr. 2 von Rosario entschied, die sieben Angeklagten im Zusammenhang mit den Sprühungen freizusprechen und zwei ehemalige Gemeindebeamte wegen Nichterfüllung ihrer Kontrollpflichten zu verurteilen.

Die Entscheidung verändert den Schwerpunkt der während des Gerichtsverfahrens analysierten Verantwortlichkeiten. Während die Richter feststellten, dass es nicht möglich war, die direkte Beteiligung der Produzenten an den untersuchten Vorfällen strafrechtlich nachzuweisen, erkannten sie, dass schwere Unterlassungen seitens der für die Überwachung zuständigen Behörden vorlagen.

Der Fall, der über mehrere Jahre von Umweltorganisationen, Anwohnern und Vertretern des Agrarsektors verfolgt wurde, rückt erneut die Notwendigkeit in den Mittelpunkt der Debatte, die Umweltkontrollmechanismen zu stärken und die geltenden Vorschriften für die Stadtrandgebiete zu aktualisieren.

Pergamino y un histórico juicio vinculado al uso de agroquímicos: solicitan penas de hasta 4 años de prisión por utilizarlos. Foto: Salud con Lupa.
Straflosigkeit des Agrargeschäfts: Sieben Produzenten aus Pergamino wurden freigesprochen, obwohl sie mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert hatten. Foto: Salud con Lupa.

Der Mangel an Beweisen verhinderte die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Produzenten

Während des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen, Berufsverbote für landwirtschaftliche Tätigkeiten und die Beschlagnahme von landwirtschaftlichen Betrieben gefordert. Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass die gesammelten Beweise nicht ausreichten, um die strafrechtliche Verantwortung der Angeklagten gemäß den geltenden gesetzlichen Anforderungen zu belegen.

So wurden die Produzenten Fernando Cortese, Mario Roces und Víctor Tiribó sowie die Brüder Carlos und Hugo Sabatini, der Anwender Cristian Taboada und der Agraringenieur José Luis Grattone freigesprochen.

Die Richter erkannten an, dass es wissenschaftliche Beweise für die potenziellen Umwelt- und Gesundheitseffekte bestimmter Pflanzenschutzmittel gibt, wiesen jedoch darauf hin, dass die Mängel bei der Beweissammlung es verhinderten, einen direkten strafrechtlichen Zusammenhang zwischen den untersuchten Anwendungen und den gemeldeten Schäden herzustellen.

Die Justiz machte Beamte für das Fehlen von Kontrollen verantwortlich

Im Gegensatz dazu stellte das Urteil fest, dass Guillermo Naranjo und Mario Tocalini, ehemalige Mitglieder der Direktion für ländliche Umwelt von Pergamino, ihre Pflichten als öffentliche Beamte nicht erfüllt haben.

Beide erhielten eine Strafe von zwei Jahren bedingter Haft und vier Jahren besonderem Berufsverbot für öffentliche Ämter, weil sie nicht angemessen auf die wiederholten Beschwerden der Anwohner reagierten.

Laut dem Urteil schwächte das Fehlen von Inspektionen, Feststellungsprotokollen und Kontrollen im Gebiet die Fähigkeit des Staates, ausreichende Beweise zu sammeln und eine wirksame Überwachung der während des untersuchten Zeitraums zwischen 2011 und 2019 durchgeführten Aktivitäten durchzuführen.

Pergamino
Straflosigkeit des Agrargeschäfts: Sieben Produzenten aus Pergamino wurden freigesprochen, obwohl sie mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert hatten.

Das Urteil fördert eine Überprüfung der Umweltpolitik

Neben der Klärung der Situation der Angeklagten forderte das Gericht eine Untersuchung des Kenntnisstands und der möglichen Verantwortung anderer kommunaler Behörden, die während der analysierten Jahre im Amt waren.

Die Richter betonten auch die Notwendigkeit, eine Dialogplattform zwischen öffentlichen Einrichtungen, Produzenten, Fachleuten und verschiedenen sozialen Akteuren zu schaffen, um technische Vorschriften zu entwickeln, die es ermöglichen, die landwirtschaftliche Produktion mit dem Umweltschutz und den Schutz der umliegenden Gemeinden zu vereinbaren.

Die Entscheidung weist auch auf die Notwendigkeit hin, klare Vorschriften und dauerhafte Überwachungsmechanismen zu schaffen, die sowohl der wirtschaftlichen Tätigkeit als auch dem Schutz der natürlichen Ressourcen Vorhersehbarkeit verleihen.

Was das Gesetz 24.051 festlegt und welche seine Hauptbestimmungen sind

Das Gesetz 24.051 über gefährliche Abfälle ist eines der wichtigsten Umweltinstrumente Argentiniens zur Verhinderung von Umweltverschmutzung, die durch den Umgang mit als gefährlich für die menschliche Gesundheit und die Umwelt angesehenen Stoffen entsteht.

Das Gesetz regelt alle mit diesen Abfällen verbundenen Phasen, einschließlich ihrer Erzeugung, Handhabung, Transport, Behandlung und endgültigen Entsorgung. Darüber hinaus schreibt es die Registrierung in spezifischen Registern, die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und die Minimierung der Umweltrisiken während des gesamten Prozesses vor.

Zu den zentralen Punkten gehören das Verantwortungsprinzip des Erzeugers, die Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Kontrolle der Abfälle, die Anwendung von Verwaltungs- und Strafsanktionen bei Verstößen und die Möglichkeit, Verantwortlichkeiten aufzuerlegen, wenn ein Verhalten eine gefährliche Umweltverschmutzung verursacht. 

Auf diese Weise zielt das Gesetz darauf ab, die Prävention zu stärken, eine sichere Umweltbewirtschaftung zu fördern und den Schutz der Ökosysteme und der öffentlichen Gesundheit vor Aktivitäten zu gewährleisten, die erhebliche Auswirkungen haben könnten.

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