Das Instituto Nacional de Biodiversidad (Inabio) berichtete über die Entdeckung von zwei neuen Arten von mikroskopisch kleinen Landschnecken im Naturschutzgebiet Un poco del Chocó, gelegen in der Provinz Pichincha, Ecuador.
Die Exemplare wurden als Chocodiscops minutissimus und Radiadiscops demistriatus bezeichnet, beide gehören zur Familie Scolodontidae. Mit weniger als zwei Millimetern Breite gehören sie zu den kleinsten Landschnecken, die in Ecuador und in der gesamten Andenregion dokumentiert wurden.
Zwei neue Gattungen für die Wissenschaft
Der Fund war dank eines internationalen Forscherteams möglich, das aus Spezialisten aus Ecuador, den Niederlanden und Deutschland bestand. Die morphologischen Merkmale der Schale — Form, Vorhandensein oder Fehlen von Rippen und Größe des Nabels — stimmten mit keiner bekannten Gattung überein. Dies führte die Forscher dazu, zwei völlig neue Gattungen für die Wissenschaft vorzuschlagen.
Laut Inabio stellt diese Entdeckung einen bedeutenden wissenschaftlichen Beitrag dar, da in Ecuador bisher nur eine mikroskopische Art der Scolodontidae formal beschrieben wurde.
Feldarbeit und Analyse
Die Exemplare wurden während Feldarbeiten im Jahr 2019 gesammelt und anschließend mittels Elektronenmikroskopie und hochauflösenden Techniken in Laboren in Ecuador und Europa analysiert.
Das Reservat Un poco del Chocó befindet sich in einer Übergangszone zwischen zwei großen Biodiversitäts-Hotspots: dem Chocó Tumbesino und den tropischen Anden, Regionen, die bereits für ihre große Vielfalt an Landschnecken bekannt waren.

Verborgene Vielfalt der Mikromollusken
Für die Forscher bestätigt dieser Fund, dass viele Arten noch entdeckt werden müssen, insbesondere unter den tropischen Mikromollusken. Die Identifizierung dieser neuen Arten deutet darauf hin, dass die verborgene Vielfalt in den Ökosystemen Südamerikas viel größer ist als bisher angenommen.
Die Entdeckung hebt auch die Bedeutung hervor, natürliche Gebiete wie das Reservat Un poco del Chocó zu erhalten, die als Zufluchtsorte für winzige und wenig bekannte Arten dienen, die jedoch für das ökologische Gleichgewicht unerlässlich sind.
Wissenschaftliche und ökologische Bedeutung
- Neue beschriebene Gattungen: Chocodiscops und Radiadiscops.
- Minimale Abmessungen: weniger als 2 mm Breite, gehören zu den kleinsten der Region.
- Wissenschaftliche Relevanz: tragen zum Wissen über die Familie Scolodontidae bei, die in Ecuador wenig erforscht ist.
- Erhaltung: unterstreichen die Notwendigkeit, die tropischen Ökosysteme zu schützen, in denen noch unbekannte Arten leben.
Der Fund von Chocodiscops minutissimus und Radiadiscops demistriatus eröffnet ein Fenster zur verborgenen Biodiversität der südamerikanischen Mikromollusken. Diese winzigen Schnecken, die mit bloßem Auge unsichtbar sind, bestätigen, dass die tropischen Ökosysteme eine viel größere biologische Vielfalt beherbergen, als wir wissen, und dass noch eine weite Welt darauf wartet, unter der Lupe der Wissenschaft entdeckt zu werden.



