In einer Welt, die von der Bekämpfung der Umweltkrise geprägt ist, wurde die Wissenschaftlerin aus Córdoba, Andrea Izquierdo, mit dem Frontiers Planet Prize 2026 ausgezeichnet, der sie zu den 25 brillantesten Köpfen des Planeten im Bereich der Umweltgesundheit und Nachhaltigkeit zählt.
Ihre Forschung konzentriert sich auf den Lithiumabbau und darauf, wie man lokales und indigenes Wissen in die Energiepolitik der Energiewende integrieren kann, mit dem Ziel, diesen Prozess gerecht und partizipativ zu gestalten.
Die Jury, unter dem Vorsitz des renommierten Forschers Johan Rockström, hob hervor, dass Izquierdos Beitrag Antworten auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel, die Wassersicherheit und die Ressourcengovernance bietet.
Ein Blick aus den Gemeinschaften
Izquierdos Arbeit, veröffentlicht in Environmental Science & Policy, trägt den Titel: „Integration von lokalem und indigenem Wissen mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung bei der Bewertung der Auswirkungen des Lithiumabbaus für eine gerechte Energiewende“.
Die Forschung wurde in Gemeinschaften in Jujuy, Salta und Catamarca durchgeführt, wo die Wissenschaftlerin Interviews und Umfragen durchführte, um zu verstehen, wie der Bergbau das tägliche Leben beeinflusst. Zu den relevantesten Erkenntnissen gehören:
- 15 wesentliche sozio-ökologische Auswirkungen, von Veränderungen in den Wasserkreisläufen bis hin zu Veränderungen in der kulturellen und familiären Dynamik.
- In den globalen Rahmenwerken unsichtbare Indikatoren, wie der Verlust kultureller Praktiken, die Verfügbarkeit von Wasser und die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.
- 89% der Befragten erkannten den sozialen Konflikt und die Nichteinhaltung von Rechten als eine der schwerwiegendsten Auswirkungen an.
Wissenschaft und traditionelles Wissen
Izquierdo betont, dass traditionelles Wissen ganzheitlich ist und nicht fragmentiert werden kann, ohne seinen Wert zu verlieren. „Wir wollen nicht für die Gemeinschaften sprechen, wir wollen mit den Gemeinschaften sprechen“, betont sie und hebt die Bedeutung eines echten Dialogs hervor, der es ermöglicht, gemeinsame Politiken zu entwickeln.
Ihr Ansatz zielt darauf ab, dass die Energiewende nicht auf Kosten der Rechte der lokalen Bevölkerung erfolgt, sondern diese als Protagonisten in die Verwaltung der natürlichen Ressourcen einbezieht.

Werdegang und institutionelle Unterstützung
Die Wissenschaftlerin arbeitet am Multidisziplinären Institut für Pflanzenbiologie (IMBIV), dem CONICET und der Nationalen Universität von Córdoba, Schlüsselinstitutionen der argentinischen Umweltforschung.
Der Frontiers Planet Prize, unterstützt von der Universität der Vereinten Nationen für Politikforschung (UNU-CPR) und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, zielt darauf ab, die Übernahme wissenschaftlicher Lösungen zu beschleunigen und sie der öffentlichen Politik näherzubringen.
Ein Preis mit globaler Projektion
In seiner fünften Ausgabe wählte der Wettbewerb Projekte von sechs Kontinenten aus, die in hochrangigen Zeitschriften wie Science, Nature und The Lancet Planetary Health veröffentlicht wurden. Neben Izquierdo wurden Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten, Deutschland, China, Brasilien, Peru und Senegal mit Vorschlägen zur Kohlenstoffbindung, zum Schutz der Ozeane und zur Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe ausgezeichnet.
Die Abschlusszeremonie findet am 18. Januar 2027 in Davos, Schweiz, statt, wo die drei Internationalen Champions bekannt gegeben werden, jeder mit einem Preis von 1 Million Dollar, um ihre Projekte zu skalieren.
Die Anerkennung von Andrea Izquierdo macht nicht nur auf das Problem des Lithiumabbaus in den Andensalaren aufmerksam, sondern rückt auch die argentinische Wissenschaft in den Mittelpunkt der globalen Debatte über die gerechte Energiewende. Ihre Arbeit zeigt, dass die Integration von lokalem und wissenschaftlichem Wissen der einzige Weg ist, um die Umweltkrise mit nachhaltigen, inklusiven und transparenten Lösungen zu bewältigen.



