Die Bundeskammer von Comodoro Rivadavia hat die einstweilige Verfügung aufgehoben, die die Anwendung der Reform des Gletscher-Gesetzes in der Provinz Santa Cruz ausgesetzt hatte. Mit dieser Entscheidung erlangt die Norm wieder volle Gültigkeit, während die Diskussion über ihre Verfassungsmäßigkeit weitergeht, die möglicherweise vor den Obersten Gerichtshof gelangen könnte.
Das Gericht gab den Anträgen der Staatsanwaltschaft des Schatzamtes der Nation statt und hob die einstweilige Verfügung auf, die in erster Instanz vom Bundesrichter von Río Gallegos erlassen worden war. Laut den Kammermitgliedern fehlte es der ursprünglichen Entscheidung an ausreichenden Begründungen und sie stützte sich auf hypothetische Annahmen, ohne eine konkrete und unmittelbare Gefahr für die Umwelt nachzuweisen.
Die Argumente der Kammer
Die Richter betonten, dass:
- Das angefochtene Urteil „im Bereich des Potenziellen“ erstellt wurde, ohne unmittelbare Bedrohungen für die Gletscher zu identifizieren.
- Das Urteil der ersten Instanz nicht erklärte, welche Änderungen durch das Gesetz 27.804 eingeführt wurden und warum sie einen Rückschritt im Umweltschutz darstellen würden.
- Die neue Gesetzgebung nicht automatisch verbotene Aktivitäten erlaubt oder bestehende Schutzmaßnahmen aufhebt.
- Jede zukünftige Änderung technische Studien, die Intervention spezialisierter Organisationen, öffentliche Anhörungen und gerichtliche Kontrolle erfordern wird.
In den Worten des Gerichts: „Keine Aktivität, die zuvor verboten war, ist infolge der Verabschiedung des neuen rechtlichen Rahmens erlaubt worden.“
Kontext des Falls
Die Klage wurde von lokalen Führungspersönlichkeiten aus El Calafate eingereicht, darunter der Bürgermeister Javier Belloni, die Präsidentin des Stadtrats Celia Barría, der Provinzabgeordnete Carlos Alegría und die nationale Abgeordnete Ana María Ianni. Alle stellten die Verfassungsmäßigkeit der Reform in Frage und beantragten die Aussetzung ihrer Auswirkungen.
In erster Instanz hatte der Richter von Río Gallegos den Nationalstaat angewiesen, die neue Gesetzgebung in Santa Cruz nicht anzuwenden. Die Kammer hob diese Entscheidung jedoch auf und kritisierte scharf die Art und Weise, wie das Verfahren geführt wurde, indem sie darauf hinwies, dass die kollektive Natur des Prozesses nicht korrekt definiert und die vom Obersten Gerichtshof für diese Art von Fällen festgelegten Regeln nicht angewendet wurden.

Aktueller Schutz in Santa Cruz
Das Gericht erinnerte daran, dass ein Großteil der betroffenen Gebiete bereits über mehrere Schutzebenen verfügt:
- Nationalparks und Reservate, in denen wirtschaftliche Aktivitäten verboten oder eingeschränkt sind.
- Das provinzielle Gletscherschutzgesetz, das ähnliche Beschränkungen wie die frühere nationale Gesetzgebung aufrechterhält.
Daher hielt es die Kammer für „rechtlich unzulässig“, zu behaupten, dass die Reform sofort umweltverschmutzende Aktivitäten ermöglicht.
Auswirkungen des Urteils
Die Entscheidung der Bundeskammer hat mehrere Konsequenzen:
- Volle Gültigkeit der Reform, während ihre Verfassungsmäßigkeit diskutiert wird.
- Anerkennung der Legitimation der Kläger als von der Umweltfrage Betroffene.
- Anweisung an das Ursprungsgericht, das Verfahren an die vom Obersten Gerichtshof für kollektive Prozesse festgelegten Regeln anzupassen.
Das Urteil markiert einen Wendepunkt im Streit um das Gletscher-Gesetz, indem es die Gültigkeit der Reform wiederherstellt und die Grundsatzdiskussion auf höhere Instanzen verlagert.
In der Zwischenzeit bleibt der Umweltschutz in Santa Cruz durch nationale und provinzielle Normen gestützt, in einem Szenario, in dem die Spannung zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und dem Erhalt strategischer Ökosysteme weiterhin im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte steht.



