Ein Cordobeser und sein Auto, das mit organischen Abfällen betrieben wird: Eine Reise nach Brasilien, um eine andere Energieform zu demonstrieren

Edmundo Ramos, ein fast 70-jähriger Elektromechaniker und Bewohner von Anisacate, Córdoba, bereitet sich auf eine neue Herausforderung vor: eine Reise nach Brasilien in einem Auto, das mit organischen Abfällen betrieben wird. Der Motor ist bereits fertig, die Abfälle sind sortiert und die Karte ist mit präzisen Stopps markiert. Das Einzige, was noch fehlt, ist Gesellschaft: ein Co-Pilot mit Führerschein oder sogar andere Fahrzeuge, die sich im Konvoi anschließen.

Es handelt sich nicht um ein improvisiertes Abenteuer, wie er im Gespräch mit TN verriet. Ramos arbeitet seit über 15 Jahren an diesem System, das trockene und verkohlte organische Abfälle in Brenngas umwandelt. Er hat bereits Tausende von Kilometern innerhalb Argentiniens zurückgelegt und bewiesen, dass seine Erfindung funktioniert und dass eine andere Art des Reisens möglich ist.

Wie das Fahrzeug funktioniert

Das Auto hat eine ungefähre Reichweite von 500 Kilometern pro Ladung, obwohl die geplanten Strecken kürzer sind. Der Motor wird mit Abfällen wie Schalen, Kernen, Schnittresten und pflanzlichen Abfällen mit gutem Heizwert betrieben. Nicht jeder Abfall ist gleich ergiebig, und Ramos weiß aus Erfahrung, welche Materialien mehr Leistung und Stabilität bieten.

Das System basiert auf einem Vergaser, der die Abfälle in Brenngas umwandelt. Der Prozess erfordert Temperaturkontrolle, Filterung und eine präzise Mischung aus Luft und Gas. Einmal stabilisiert, reagiert das Fahrzeug effizient und autonom, etwas, das in den ersten Versuchen des Projekts undenkbar war.

Philosophie und Reise

Ramos hat nie versucht, seine Erfindung zu patentieren oder zu kommerzialisieren. Er veröffentlichte Pläne, erklärte Prozesse und teilte Fehler und Erfolge. Seine Logik ist klar: Wenn das Wissen dazu dient, den Planeten zu reinigen oder Energie dorthin zu bringen, wo sie nicht vorhanden ist, muss es frei zirkulieren.

In jeder Stadt, die er besuchte, war die Reaktion ähnlich: Überraschung, Neugier und Zusammenarbeit. Nachbarn, die mit Müllsäcken, geliehenen Schuppen, technischen Fragen oder einfach nur mit Mate und Gesprächen kamen. Die Reise nach Brasilien folgt derselben Logik, jedoch mit einer größeren Herausforderung: Grenzen zu überschreiten und die Botschaft weiter zu tragen.

organische Abfälle
Edmundo Ramos reist nach Brasilien in einem Auto, das mit organischen Abfällen betrieben wird.

Die offene Einladung

Seine Frau wird ihn bis zur Grenze begleiten, aber danach wird er alleine weiterfahren… es sei denn, jemand schließt sich an. Ramos sucht gewöhnliche Menschen, mit Neugier und Geduld, die verstehen, dass diese Reise kein traditioneller Tourismus und kein Wettlauf gegen die Zeit ist. Es ist eine Demonstration in Bewegung, ein Auto, das anhält, um Müll zu laden und zum Nachdenken über das, was wir wegwerfen, einlädt.

Die Begleitung kann als Co-Pilot erfolgen — mit Führerschein und Geld für grundlegende Ausgaben — oder als Teil eines Konvois. Falls sich jemand mit seinem eigenen Fahrzeug anschließt, übernimmt Ramos die Treibstoffkosten.

Eine Botschaft über Energie und Zukunft

Die Reise hat kein festes Rückkehrdatum. Sie wird von der Route, den Menschen und dem Auto bestimmt. Was sie jedoch hat, ist ein klares Ziel: zu demonstrieren, dass der Energiewandel nicht nur ein Thema großer internationaler Gipfel ist, sondern etwas, das in einer Werkstatt, in einem kleinen Dorf, mit Resten, die andere wegwerfen, beginnen kann.

Von Anisacate aus appelliert Ramos an Mundpropaganda und die Medien, um sein Ziel zu verbreiten. Er bittet nicht um Sponsoren oder Investitionen: Er bittet um Gesellschaft. Jemanden, der einsteigt, der fährt, wenn es nötig ist, der die Unvorhersehbarkeiten begleitet. Der Motor ist bereits erprobt. Der Einsatz von organischen Abfällen ebenfalls.

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