Marmosas in Argentinien: Wie sind die kleinsten Beuteltiere und welche Schlüsselrolle spielen sie in den Ökosystemen?

Die Marmosas sind kleine Beuteltiere, die in verschiedenen Regionen Südamerikas leben, einschließlich Argentinien, wo sie hauptsächlich in trockenen und halbtrockenen Umgebungen verbreitet sind.

Im Land werden sechs Arten anerkannt, von denen zwei in Mendoza vorkommen: Thylamys pallidior und Thylamys bruchi. Diese Tiere können sowohl am Boden als auch in Bäumen leben und passen sich an verschiedene Landschaftsbedingungen an.

Unterscheidungsmerkmale

Die Marmosas weisen besondere Merkmale auf:

  • Weiches, dreifarbiges Fell.
  • Große Ohren und kleine Pfoten mit opponierbarem Daumen.
  • Greifschwanz, der die Fortbewegung in Bäumen erleichtert.

Zwischen den Arten gibt es Unterschiede im Farbmuster, der Größe, der Schädelmorphologie und der genetischen Sequenz. Im Gegensatz zu anderen Beuteltieren wie dem Opossum besitzen Marmosas keinen Beutel, sodass die Jungen nicht die typische Tasche dieser Gruppe haben.

Forschung in Mendoza

Die Gruppe für Integrative Ökologie der Wildtierfauna des IADIZA (CONICET-UNCUYO-Gob. Mza.), geleitet von den Forscherinnen Paola Sassi und Soledad Albanese, untersucht die Biologie der Marmosas. Die Doktorandin Rosarito Sánchez Dómina betont, dass die verfügbare Information oft spärlich und auf taxonomische Aspekte konzentriert ist, weshalb es entscheidend ist, ihre Ökologie und Physiologie zu vertiefen.

Ein bedeutender Fund ist, dass Arten wie Thylamys bruchi eine ungewöhnliche Fortpflanzungsstrategie aufweisen: Sie pflanzen sich nur einmal in ihrem Leben fort und sterben dann. Das Überleben hängt davon ab, dass Geburt und Entwöhnung mit der Zeit der größten Nahrungsfülle zusammenfallen, was ihnen ermöglicht, Reserven für den Winter anzulegen.

las marmosas
Erfahren Sie mehr über das Leben der Marmosas in Mendoza. 

Lebenszyklus und Ernährung

Marmosas sind omnivor-insektivor: Sie ernähren sich hauptsächlich von Gliederfüßern und in geringerem Maße von Pflanzen und Früchten.

  • Die Trächtigkeit ist kurz und die Entwicklung setzt sich außerhalb der Gebärmutter fort.
  • Die Stillzeit ist lang: Die Jungen bleiben in den ersten Stadien an der Zitze der Mutter haften.
  • Nach der Unabhängigkeit lagern die Erwachsenen Fett an der Basis des Schwanzes an, was ihnen ermöglicht, in Zeiten der Knappheit zu überleben.
  • Im Frühling und Sommer beginnt die letzte Phase ihres Lebenszyklus: die Fortpflanzung.

Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel

Die aktuellen Umweltveränderungen, insbesondere die Verstärkung der Dürren, können die Synchronität zwischen Fortpflanzung und Nahrungsverfügbarkeit stören.

Im Gegensatz zu anderen kleinen Säugetieren wie Nagetieren haben Marmosas wenig reproduktive Flexibilität, was sie anfälliger für klimatische Variabilität macht.

Ökologische Rolle

Marmosas erfüllen Schlüsselrollen in den Ökosystemen:

  • Natürliche Kontrolleure von Insekten und Spinnentieren dank ihrer insektivoren Gewohnheiten.
  • Beute für andere Tiere wie Füchse, Wildkatzen, Schlangen und Greifvögel.

Diese doppelte Rolle macht sie zu wesentlichen Elementen, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Das Studium der Marmosas in Argentinien, insbesondere in Mendoza, ist entscheidend, um die Dynamik der trockenen und halbtrockenen Ökosysteme zu verstehen.

Ihre einzigartige Biologie, ihre Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel und ihre Rolle als Insektenkontrolleure und Beute für Raubtiere unterstreichen die Notwendigkeit, ihre Erhaltung und die der Lebensräume, in denen sie leben, zu fördern.

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