Besorgniserregend: Südamerika verliert in einem Jahrzehnt 41 Millionen Hektar Wald, so ein UN-Bericht

Zwischen 2015 und 2025 verlor Südamerika mehr Wälder als jede andere Region der Welt, mit einem geschätzten Verlust von 41 Millionen Hektar (4,1 Millionen pro Jahr). Laut einem Bericht der UNO verzeichnet die Region den größten Nettoverlust weltweit, trotz internationaler Verpflichtungen zur Eindämmung der Abholzung bis 2030.

Der Verlust umfasst mehr als 10 Millionen Hektar Primärwälder, alte und dichte Ökosysteme, die wegen ihrer Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung, zur Erhaltung der Biodiversität und zur Klimaregulierung unersetzlich sind.

Primärwälder: ein unersetzlicher Wert

Ein Primärwald ist nicht nur eine Ansammlung alter Bäume:

  • Er speichert mehr Kohlenstoff als junge Plantagen.
  • Er erhält eine größere Biodiversität.
  • Er reguliert das Wasser besser.
  • Er widersteht Dürre, Bränden und Schädlingen besser.

Obwohl Aufforstung statistisch den Verlust ausgleichen kann, reproduziert sie nicht den ökologischen Reichtum oder die Kohlenstoffspeicherungskapazität dieser Ökosysteme.

Treiber der Abholzung

Der Bericht identifiziert als Hauptursachen:

  • Landwirtschaftliche Expansion: Nachfrage nach Lebensmitteln, Vieh und kommerziellen Kulturen.
  • Urbanisierung und Infrastruktur: Bevölkerungswachstum und Entwicklungsprojekte.
  • Klimawandel: Brände, Dürren, Hitzewellen und Schädlinge, die selbst stabilisierte Regionen betreffen.
Waldausbeutung
Der Verlust von Wäldern in Südamerika beeinträchtigt die Biodiversität und das Klima erheblich.

Finanzielle und politische Lücken

Die weltweite Finanzierung für nachhaltiges Waldmanagement erreichte 84 Milliarden Dollar im Jahr 2023, weit unter den jährlich benötigten 300 Milliarden bis 2030. Der Mangel an Ressourcen ist besonders kritisch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wo die Wälder einem höheren wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sind.

Zudem bleibt das Ziel, die weltweite Waldfläche bis 2030 um 3 % zu erhöhen, außer Reichweite. Von den 26 bewerteten Waldzielen sind nur sieben auf Kurs; die Umkehrung des Waldverlusts und die Beseitigung extremer Armut unter den von ihnen abhängigen Gemeinschaften bleiben unerfüllt.

Warnsignale

Der Bericht warnt, dass der globale terrestrische Kohlenstoffsenker 2023 auf sein niedrigstes Niveau seit zwei Jahrzehnten gefallen ist, was darauf hindeutet, dass einige Ökosysteme die Fähigkeit verlieren, Emissionen zu absorbieren. Dies gefährdet die Rolle der Wälder als Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel.

Fortschritte und Hoffnungen

Nicht alles ist negativ:

  • Mehr Schutzgebiete und bessere Überwachungssysteme.
  • Wiederaufforstungsprogramme in Ländern wie Brasilien, Chile, Kolumbien und Costa Rica.
  • Reformen, die die Rolle von Indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften in Mexiko, Bolivien und Guatemala anerkennen.
  • Integration der Wälder in Klima- und Entwicklungsstrategien in verschiedenen Regionen.

Südamerika steht vor einer kritischen Herausforderung: die Abholzung zu stoppen und seine Primärwälder zu schützen, die für die Biodiversität und das globale Klima von entscheidender Bedeutung sind. Obwohl es Fortschritte bei der Wiederaufforstung und in der Politik gibt, bleibt die Kluft zwischen Verpflichtungen und Realität enorm.

Die Region, die den größten Waldverlust der Welt verzeichnet, muss die Finanzierung, die Regierungsführung und die Gemeinschaftsbeteiligung stärken, um diesen Trend vor 2030 umzukehren.

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