Salinas Grandes in Alarmbereitschaft: indigene Gemeinschaften und die Umweltproblematik des Lithiumabbaus in der Puna

In der Gemeinschaft von Tusaquillas in Jujuy lebt Franco Vedia zusammen mit anderen Familien, die eine der 38 Gemeinschaften des Beckens von Salinas Grandes und der Laguna de Guayatayoc bilden. Dort sichern Viehzucht und Landwirtschaft den Alltag in einer fragilen Umgebung, die durch den Abbau von Lithium in der Puna gefährdet sein könnte.

Jedoch belastet der Fortschritt des Lithiumabbaus diese uralte Beziehung zum Land. In Salinas Grandes widersteht ein Teil der Puna der Ankunft neuer extraktiver Projekte.

Die lokale Weltanschauung erkennt die Berge, Flüsse und Wasserquellen als lebende Entitäten an. Daher ist der Respekt vor der Natur ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität.

Nichtsdestotrotz konzentrieren die hochandinen Feuchtgebiete mehr als die Hälfte des weltweiten Lithiums. Infolgedessen wächst der internationale Druck auf diese Ökosysteme unaufhörlich.

Lithiumabbau in der Puna.

Lithium und Feuchtgebiete: strategischer Reichtum und wasserwirtschaftliche Fragilität

Lithium, das als Schlüssel für die Energiewende gilt, ist essenziell für Batterien und erneuerbare Energien. Deshalb steigt die globale Nachfrage stetig an.

Im Norden Argentiniens befinden sich die wichtigsten hochandinen Feuchtgebiete in Catamarca, Salta und Jujuy. Dort erfolgt der Abbau hauptsächlich aus unterirdischen Salzlaugen.

Dieser Prozess beinhaltet das intensive Abpumpen von Wasser in halbtrockenen Regionen. Infolgedessen warnen lokale Gemeinschaften vor Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit. Die Region ist Teil des sogenannten „Lithium-Dreiecks“, das mit Bolivien und Chile geteilt wird. Zudem gibt es bereits sechs aktive Minen in Argentinien und zwei in Chile.

Obwohl die Projekte technische und Umweltbewertungen durchlaufen müssen, bleibt die Debatte bestehen. Die Gemeinschaften fordern freie, vorherige und informierte Zustimmung gemäß dem Übereinkommen 169 der IAO.

Umweltgovernance und institutionelle Spannungen

Organisationen wie die Fundación Ambiente y Recursos Naturales unterstützen Gemeinschaften von Salinas Grandes und Laguna de Guayatayoc. Ihre Arbeit zielt darauf ab, Konsultationsprozesse und den Schutz der Feuchtgebiete zu stärken.

Argentinien trat 1992 der Ramsar-Konvention bei und verfügt über 24 geschützte Gebiete. Allerdings verhindert die Bezeichnung nicht in allen Fällen extraktive Aktivitäten.

Parallel dazu führen Unternehmen wie Rio Tinto Investitionen in Lithium an. Aus dem Sektor wird behauptet, dass es Dialogplattformen und partizipatives Monitoring gibt.

Nichtsdestotrotz beklagen Gemeinschaftsvertreter einen Mangel an effektivem Gehör. So offenbart der Konflikt Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und territorialen Rechten.

litio
Lithiumabbau in der Puna.

Die Vorteile und Dilemmata des Lithiumabbaus im Norden Argentiniens

Der Lithiumabbau generiert Devisen, Arbeitsplätze und Infrastruktur in den Provinzen des NOA. Außerdem positioniert er das Land als Schlüsselakteur in der globalen Dekarbonisierung. Ebenso kann er Wertschöpfungsketten im Zusammenhang mit Batterien und Technologie fördern. Dies eröffnet industrielle Chancen in einem Kontext der Energiewende.

Dennoch müssen die Vorteile mit dem Schutz einzigartiger Ökosysteme in Einklang gebracht werden. Die hochandinen Feuchtgebiete regulieren Wasser, binden Kohlenstoff und erhalten die Biodiversität.

Die jüngste Eintragung indigener Gebiete als „Territorio de Vida“ im TICCA-Register setzt einen Präzedenzfall. Sie stärkt die Rolle der Gemeinschaft als Umweltwächter angesichts der Nachfrage des Globalen Nordens.

Letztendlich besteht die Herausforderung nicht nur darin, ein strategisches Mineral zu gewinnen. Es geht darum, Wasser, Biodiversität und Rechte in einer Region zu gewährleisten, in der jeder Tropfen zählt.

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