Tropische Regenwälder am Rande des Zusammenbruchs: Bergbau, Biokraftstoffe und Viehzucht treiben einen Punkt ohne Wiederkehr voran

Eine von der niederländischen Organisation Profundo erstellte und von der Rainforest Foundation Norway in Auftrag gegebene Studie warnt davor, dass die wichtigsten tropischen Regenwälder der Welt — das Amazonasgebiet, das Kongobecken und Südostasien — einen Punkt ohne Wiederkehr erreichen.

Der Druck durch Bergbau, Biokraftstoffe, Viehzucht und intensive Landwirtschaft bedroht ihre Fähigkeit, das Klima zu regulieren, Kohlenstoff zu speichern und die Biodiversität zu erhalten.

Hauptdruckfaktoren

  • Bergbau: Gold und kritische Mineralien für elektronische Geräte degradieren bereits zwischen 10 % und einem Drittel der Wälder der Welt. Die Tagebau-Goldminen bedecken 1,9 Millionen Hektar im Amazonasgebiet.
  • Viehzucht: Die Rindfleischproduktion in Brasilien könnte bis 2034 57.000 km² des Amazonasgebiets abholzen.
  • Biokraftstoffe: Die Ausweitung von Soja und Palmöl könnte bis 2030 52 Millionen Hektar in landwirtschaftliche Flächen umwandeln.
  • Industrielle Monokulturen: Sie erodieren Böden und degradieren Wassersysteme.
  • Öl und Gas: Brasilien, Surinam, Ecuador, Kolumbien und Peru konzentrieren neue Projekte, wobei fast ein Fünftel der weltweit entdeckten Reserven zwischen 2022 und 2024 im Amazonasgebiet oder in nahegelegenen Meeresgebieten liegt.

Ökologische und soziale Auswirkungen

  • Klimawandel: Der Verlust von Regenwäldern setzt enorme Mengen an Treibhausgasen frei.
  • Wasserregulierung: Die „fliegenden Flüsse“ des Amazonas unterstützen die Regenzyklen in Südamerika.
  • Biodiversität: Der Amazonas beherbergt etwa 10 % der bekannten Arten der Welt.
  • Indigene Gemeinschaften: Mehr als 40 Millionen Menschen sind für ihre Kultur und ihren Lebensunterhalt auf diese Gebiete angewiesen.
tropische Regenwälder
Tropische Regenwälder, wie der Amazonas und das Kongobecken, sind in Gefahr.

Neue aufkommende Bedrohungen

  • Strategische Mineralien: Lithium, Nickel und Kobalt, die für die Energiewende unerlässlich sind, könnten bis 2050 zwischen 1.500 und 4.700 km² abholzen.
  • Schnelle Mode und Holzpulpe: Produkte wie Viskose und Papiertüten, die als „ökologisch“ gekennzeichnet sind, üben Druck auf die tropischen Wälder aus, ohne angemessene Zertifizierungen.
  • E-Commerce: Der Anstieg von Verpackungen erhöht den ökologischen Fußabdruck.

Empfehlungen der Spezialisten

Die Vertreterin der Rainforest Foundation Norway, Ingrid Turgen, warnte, dass die Ansammlung von Bedrohungen gleichzeitig die drei großen grünen Lungen des Planeten betrifft. Barbara Kuepper, Hauptautorin des Berichts, betonte, dass Recycling und Transparenz in den Wertschöpfungsketten ohne eine absolute Reduzierung des Konsums unzureichend sind:

„Der Gesamtverbrauch an Ressourcen ist übermäßig und eine Reduzierung ist unvermeidlich.“

Die tropischen Regenwälder stehen unter einem beispiellosen Druck, der ihre Widerstandsfähigkeit gefährdet und irreversible Verluste auslösen könnte.

Die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen, von Lebensmitteln bis hin zu strategischen Mineralien, erfordert eine koordinierte internationale Intervention, um die Abholzung zu stoppen und das Überleben dieser für den Planeten lebenswichtigen Ökosysteme zu sichern.

Compartí esta nota

Últimas noticias

Te pueden interesar
Te pueden interesar

Durch den Klimawandel werden Spaniens Strände bis zu 80 Meter Sand durch Erosion verlieren

Die Strände Spaniens sind bis 2100 mit einem Verlust...

Spanien: 44 % der Flüsse und Feuchtgebiete in Umweltgefahr, warnt SEO/BirdLife

Spanien steht vor einer entscheidenden Herausforderung bei der Wiederherstellung...