Waldbrände sind in Argentinien zu einem immer häufigeren und heftigeren Phänomen geworden. Obwohl das nationale Augenmerk auf Patagonien gerichtet ist, sieht sich auch die Provinz Buenos Aires mit solchen Ereignissen konfrontiert und verfügt über ein spezifisches System zu deren Bekämpfung.
Kommissar Pablo Polarolo, Leiter der ersten Waldbrandbrigade von Buenos Aires, beschreibt, dass diese Ereignisse ein „extremes Verhalten“ aufweisen, das schwer schnell zu kontrollieren ist und sich über Tage oder sogar Monate hinziehen kann.
Notfallplan 2025-2026
Die Provinz implementiert den Notfallplan für das operative Feuer-Management 2025-2026, der einheitliche Handlungsrichtlinien in Orten wie La Costa, Pinamar, Villa Gesell, Mar del Plata, Mar Chiquita, Miramar, Monte Hermoso, Tornquist, San Pedro, Junín, Tandil, Pehuajó, Berazategui, Quilmes und La Plata festlegt.
Die Koordination ist im Vereinigten Kommando des Feuerwehrsystems der Provinz zentralisiert, das die Provinzdirektion für Zivilschutz, die Superintendanz für Katastrophensicherheit und die drei Föderationen der Freiwilligen Feuerwehren koordiniert.
Eine Organisationsingenieurkunst
Laut Fabián García, Leiter des Zivilschutzes von Buenos Aires, stützt sich das System auf eine „Organisationsingenieurkunst“, die 272 zivile Organisationen, 135 Gemeinden und das Nationale System für Feuer-Management verknüpft.
Neben dem Sicherheitsministerium beteiligen sich auch die Ministerien für Umwelt und Agrarangelegenheiten, was gemeinsame Arbeitsgruppen und eine Institutionalisierung des Systems ermöglicht.

Schritt für Schritt bei einem Brand
- Erstentdeckung: über 911, 103 oder lokale Feuerwehren.
- Lokale Bestätigung: das Ausmaß des Ereignisses wird bewertet.
- Aktivierung des COU: falls erforderlich, werden zusätzliche Ressourcen entsandt.
- Vorfallkommando-System (SCI): bei komplexen Bränden wird direkt mit Bürgermeistern und lokalen Zivilschutzbehörden koordiniert.
Personelle Ressourcen
- 17.550 freiwillige Feuerwehrleute und 1.040 Polizeifeuerwehrleute in der gesamten Provinz.
- 518 freiwillige Feuerwehrleute, die auf Waldbrände spezialisiert sind.
- 45 Polizeibrigadisten und 22 Zivilschutztechniker mit spezifischer Ausbildung.
Die Ausbildung ist entscheidend: das Universitätsinstitut Vucetich bietet Stärkungsprogramme an, während die Alarmdirektion über spezialisierte Meteorologen verfügt, deren Prognosen direkt an die Gemeinden übermittelt werden.
Materielle Ressourcen
- Flotte von Luftfahrzeugen: 8 Hubschrauber mit 900-Liter-Löschbehältern, zertifizierte Besatzung und technische Ausrüstung; zusätzlich Unterstützungs- und Beobachtungshubschrauber.
- Überwachungstechnologie: 3 Drohnen mit Wärmesensoren zur Erkennung aktiver Brandherde.
- Bodenfahrzeuge:
- 241 Geländewagen für schnelle Einsätze.
- 40 Löschfahrzeuge.
- 6 Tankwagen mit 15.000 Litern.
- 69 Unterstützungsfahrzeuge, darunter Kleinbusse, Anhänger und Logistikfahrzeuge.
- Maschinen und Ausrüstung: Bagger, Minilader, Wasserfahrzeuge, Kettensägen, Freischneider, Generatoren und Beleuchtungstürme.
Berufung und Kontakt mit der Gemeinschaft
Abgesehen von der Technik hebt Polarolo die Verbindung zu den Anwohnern als Antriebskraft der Arbeit hervor: „Sich an die Eigenheiten der Dörfer anzupassen, wenn man 10 oder 15 Tage mit ihnen verbringt, das gefällt mir“.
Das System von Buenos Aires zur Bekämpfung von Waldbränden kombiniert institutionelle Organisation, spezialisierte Ausbildung und fortschrittliche materielle Ressourcen. Mit mehr als 17.000 Feuerwehrleuten und einer eigenen Luftflotte positioniert sich die Provinz als eine der am besten vorbereiteten Gerichtsbarkeiten des Landes, um dieser wachsenden Umweltherausforderung zu begegnen.



