Eine Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health, veröffentlicht im Journal of the American College of Cardiology, zeigt, dass nicht die Menge an Kohlenhydraten oder Fetten, die wir konsumieren, das Herz schützt, sondern die Qualität der Lebensmittel, die die Ernährung ausmachen.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass kohlenhydratarme oder fettarme Diäten das Risiko einer koronaren Herzkrankheit nur dann reduzieren, wenn sie auf gesunden Lebensmitteln basieren, hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs und mit ungesättigten Fetten. Im Gegensatz dazu können Versionen, die ultraverarbeitete Produkte oder ungesunde tierische Quellen enthalten, sogar das Herzrisiko erhöhen.
Was „Qualität“ in der Ernährung bedeutet
Die Studie unterscheidet zwischen gesunden und ungesunden Versionen von kohlenhydrat- und fettarmen Diäten:
- Gesund: reich an Vollkorn, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Olivenöl.
- Ungesund: basierend auf raffinierten Kohlenhydraten, gesättigten Fetten und tierischen Proteinen von geringer Qualität.
Laut Zhiyuan Wu, Hauptautor, „geht es nicht einfach darum, Kohlenhydrate oder Fette zu reduzieren, sondern um die Qualität der Lebensmittel, die wir wählen, um diese Diäten zu gestalten“.
Methode der Studie
Die Analyse umfasste Daten von fast 200.000 Gesundheitsfachleuten in den Vereinigten Staaten, die über mehr als 30 Jahre hinweg verfolgt wurden. Ihre Diäten, Stoffwechselprofile und das Risiko einer koronaren Herzkrankheit wurden bewertet, zusätzlich zu Blutbiomarkern wie Cholesterin und Triglyceriden.
Die Ergebnisse zeigten, dass gesunde Diäten mit einem 15 % geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten, höheren HDL-Cholesterinwerten („gut“) und niedrigeren Triglyceridwerten assoziiert waren.

Implikationen für die öffentliche Gesundheit
Die Studie hilft, den Mythos zu entkräften, dass die Reduzierung von Fetten oder Kohlenhydraten ausreicht, um das Herz zu schützen. Wichtig ist, welche Art von Fetten und Kohlenhydraten konsumiert werden. Zum Beispiel:
- Ungesättigte Fette (Olivenöl, Nüsse, Samen) sind schützend.
- Vollkornkohlenhydrate (Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte) reduzieren das kardiovaskuläre Risiko.
- Ultraverarbeitete Produkte und tierische Fette von geringer Qualität erhöhen das Risiko.
Der Forscher Qi Sun, Mitautor der Studie, betonte: „Die Förderung eines allgemein gesunden Ernährungsmusters, anstatt einer strikten Einschränkung von Makronährstoffen, sollte die zentrale Strategie zur primären Prävention von Herzerkrankungen sein.“
Die Harvard-Forschung bestätigt, dass die Qualität der Ernährung wichtiger ist als die Menge der Makronährstoffe. Um das Herz zu schützen, reicht es nicht aus, kohlenhydratarme oder fettarme Diäten zu befolgen: Es ist wichtig, pflanzliche, vollwertige Lebensmittel und ungesättigte Fette zu priorisieren und ultraverarbeitete und ungesunde tierische Produkte zu vermeiden.



