Die Anwesenheit von Wildschweinen in Bariloche ist kein gelegentliches Ereignis mehr. In verschiedenen Teilen der Stadt, dem Symbol des patagonischen Tourismus, sind die Tiere zu einem Teil der städtischen und ländlichen Landschaft geworden, was die kommunalen und provinziellen Behörden dazu zwingt, Strategien zur Bevölkerungskontrolle zu entwickeln.
Der Unterstaatssekretär für Planung, Alfredo Allen, erklärte, dass die Arbeit im Städtischen Park Llao Llao in Zusammenarbeit mit der Unterstaatssekretärin für Wildtiere, der Unterstaatssekretärin für Viehzucht und dem INTA begonnen wurde. Dort wurde eine kontrollierte Jagd durchgeführt, die es ermöglichte, eine ganze Rotte zu eliminieren, obwohl die verbleibenden Exemplare in die Berge abwanderten, um Nahrung zu suchen.
Am stärksten betroffene Gebiete
Die Situation ist im Osten der Stadt anders, in Vierteln wie Circunvalación, El Cóndor und Las Victorias, wo die Wildschweine eine stabilere Präsenz haben. Sie kommen aus Wasserläufen wie dem Arroyo del Medio und dem Ñirihuau und überqueren das städtische Gebiet, um sich von Haushaltsabfällen zu ernähren.
In Llao Llao war eines der effektivsten Werkzeuge die Installation eines Fangkorbs, obwohl es im Osten noch nicht implementiert wurde. Die Behörden prüfen, ob es notwendig ist, mit diesem System fortzufahren, da die Anzahl der beobachteten Exemplare nicht so hoch ist.
Ausrottung unmöglich, Kontrolle notwendig
Allen war kategorisch: die Ausrottung ist keine realistische Option. „Wir müssen uns daran gewöhnen, mit ihnen zu leben. Wie es bei den Kiefern der Fall war, muss man lernen, zusammenzuleben und herausfinden, welche die beste Kontrolle ist“, sagte er.
Der Beamte erinnerte daran, dass die Ausbreitung der Wildschweine im Tal von Río Negro schwere produktive und ökologische Schäden verursacht hat, was die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen in Bariloche verstärkt.
Obwohl Wildschweine normalerweise nicht angreifen, besteht die Gefahr, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlen, insbesondere wenn sich jemand zwischen eine Mutter und ihre Jungen stellt oder wenn sie von Hunden belästigt werden.

Eine invasive Art in Patagonien
Die Wildschweine wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für die Sportjagd in die Region eingeführt. Ohne natürliche Feinde und mit einer hohen Fortpflanzungsfähigkeit wuchsen ihre Populationen unkontrolliert.
- Einführung und Ausbreitung: Sie kamen zwischen 1905 und 1922 nach La Pampa und Neuquén und verwilderten nach der Aufgabe von Jagdrevieren.
- Mangel an Raubtieren: In Argentinien haben sie keine natürlichen Konkurrenten, die ihr Wachstum begrenzen.
- Anpassung an die städtische Umgebung: Sie haben leichten Zugang zu Müll, Kompost und Früchten in Wohngebieten.
- Umwelt- und wirtschaftliche Auswirkungen: Sie zerstören Kulturen, Zäune und lokale Biodiversität, indem sie den Boden umgraben, und erzeugen zudem gesundheitliche Risiken.
Aktuelle Situation und Maßnahmen
Die Behörden erkennen an, dass das Zusammenleben unvermeidlich ist. Der aktuelle Ansatz konzentriert sich auf:
- Bevölkerungskontrolle durch Fallen und regulierte Jagd.
- Verwaltung städtischer Abfälle, um den Zugang der Tiere zu Nahrungsquellen zu reduzieren.
- Bürgerbewusstsein, um Praktiken zu vermeiden, die ihre Anwesenheit in Wohngebieten begünstigen.
Bariloche steht vor der Herausforderung, mit einer invasiven Art zu leben, die vor mehr als einem Jahrhundert angekommen ist und sich an die städtische Umgebung angepasst hat.
Der Schlüssel liegt in der verantwortungsvollen Kontrolle, der gemeinschaftlichen Abfallbewirtschaftung und der Risikoprävention, um die Umwelt- und Wirtschaftsauswirkungen zu minimieren, ohne der Illusion einer unmöglichen Ausrottung zu erliegen.



