Das Projekt MaRes, geleitet vom Forum für den Schutz des Patagonischen Meeres und seiner Einflussgebiete, wurde nach drei Jahren Arbeit in den geschützten Küsten- und Meeresgebieten von Chubut abgeschlossen.
Ziel war es, die Widerstandsfähigkeit dieser Ökosysteme gegenüber Bedrohungen wie der Plastikverschmutzung zu stärken, indem Forschung, Management, Governance und Sensibilisierung kombiniert wurden.
Einer der relevantesten Komponenten, koordiniert vom ICB zusammen mit der Fundación Vida Silvestre Argentina (FVSA) und dem CONICET/CENPAT, konzentrierte sich auf Strategien zur Vermeidung und Minderung von Plastikabfällen aus der Fischerei.
Das Ausmaß des Problems
Weltweit stammen 80% der Kunststoffe, die ins Meer gelangen, vom Festland. In Chubut kehrt sich das Verhältnis um: Mehr als 90% der bei sieben Küstenreinigungen gefundenen Abfälle stammen aus der Fischerei. Darunter sind besonders hervorzuheben:
- Netze und Taue.
- Handschuhe und Sulfit-Eimer.
- Fischkisten, der Hauptverursacher der Verschmutzung.
Dieses Phänomen steht in direktem Zusammenhang mit dem Wachstum der Garnelenfischerei, deren Anlandungen von 51,8% im Jahr 2013 (50.000 Tonnen) auf 85% im Jahr 2024 (185.000 Tonnen) gestiegen sind.
Umgesetzte Strategien
Das Projekt gliederte sich in fünf komplementäre Achsen:
- Luftaufnahmen: Über 1.329 km Küste wurden analysiert, um kritische Abfallansammlungszonen zu identifizieren.
- Ozeanographische Modellierungen und Mikroplastikstudien: Schlüsselinformationen zur Ausrichtung von Präventionsmaßnahmen.
- Interinstitutionelle Reinigungsaktionen: Über 20 Tonnen Abfall wurden an Orten wie Playa Cormoranes, Isla Leones und Caleta San Roque entfernt.
- Rückverfolgbarkeit und Wertschöpfung: Über 95% der gesammelten Kunststoffe waren Fischkisten, viele davon wurden in Recyclingkreisläufe zurückgeführt.
- Protokoll für Reinigungen in Schutzgebieten: Der technischen Provinztisch zur Annahme und Replikation vorgelegt.

Arbeit in Häfen und Kreislaufwirtschaft
Im Hafen von Rawson wurde ein „Punto Limpio“ für die getrennte Abfallsammlung und Informationstafeln zur Förderung guter Praktiken eingerichtet. Diese Maßnahmen wurden mit Gemeinden, lokalen Recyclern und GIRSU-Systemen koordiniert.
Das Projekt förderte auch die Kreislaufwirtschaft mit Schulungstagen und Allianzen zur Wertschöpfung von Fischerei-Kunststoffen. Empfehlungen wurden erarbeitet für:
- Verbesserung des Abfallmanagements an Bord.
- Stärkung der Hafeninfrastruktur für Empfang und Klassifizierung.
- Fortschritte bei Mechanismen zur Rückverfolgbarkeit von Materialien.
Schulung und Sensibilisierung
Mehr als 350 Personen nahmen an Workshops und Schulungen für den Fischereisektor, öffentliche Einrichtungen und wichtige Akteure teil. Darunter:
- Schulungen an der Nationalen Fischereischule.
- Workshops im Hafen von Rawson.
- Erstes Treffen über gute Reinigungspraktiken in geschützten Naturgebieten.
Die Arbeit ermöglichte es, zu erkennen, dass Bewusstsein mit konkreten operativen Lösungen kombiniert werden muss, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
Nach drei Jahren hinterlässt das Projekt MaRes greifbare Ergebnisse: wissenschaftliches Wissen, Infrastruktur, Pilotprojekte und interinstitutionelle Vereinbarungen, die die Fähigkeit von Chubut stärken, die Plastikverschmutzung aus der Fischerei zu bekämpfen.
Die Herausforderung besteht nun darin, diese Fortschritte aufrechtzuerhalten und auszuweiten, indem sie in öffentliche Politiken und den täglichen Betrieb des Fischereisektors integriert werden.



