Die Mittelmeerdiät: Kulturerbe und Gesundheitsmodell in Gefahr durch ultraverarbeitete Lebensmittel

Die Mittelmeerdiät ist nicht nur ein Ernährungsmuster, sondern eine echte Lebensphilosophie. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nachhaltig, vernünftig, gesund, nahrhaft und schmackhaft ist. Neben ihren ernährungsphysiologischen Vorteilen repräsentiert sie Geschichte, Kultur und gastronomische Tradition.

Die UNESCO hat sie in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen und ihren Wert als Symbol für Identität und gutes Essen anerkannt.

Nachgewiesene Vorteile

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Mittelmeerländer niedrigere Raten chronischer Krankheiten und eine höhere Lebenserwartung aufweisen, dank dieses Ernährungsmodells, das auf Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Olivenöl und mäßigem Fisch- und Fleischkonsum basiert.

Eine Tradition im Rückgang

Die Mittelmeerdiät „geht sogar in den Ländern verloren, in denen sie entstanden ist“, warnte Lynnette Neufeld, Direktorin der Abteilung für Ernährung und Lebensmittel der FAO. Der Verzicht auf dieses Muster ist auf den Anstieg des Konsums von ultraverarbeiteten Lebensmitteln und die Reduzierung frischer Produkte zurückzuführen.

Diese Veränderung ist besorgniserregend aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit, Kultur und Nachhaltigkeit. Die Expertin wies darauf hin, dass der Verfall mit dem Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit in Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland verbunden ist.

Mittelmeerdiät
Die Mittelmeerdiät ist mehr als nur gutes Essen; sie ist ein reiches kulturelles Erbe, das Gesundheit und Wohlbefinden fördert.

Gesundheitsrisiken

Der Verzicht auf die Mittelmeerdiät erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einigen Krebsarten. Es kann auch zu Vitamin- und Mineralstoffmängeln führen, was Neufeld als „versteckten Hunger“ bezeichnete.

Die Spezialistin erinnerte daran, dass die Diät nicht nur das ist, was man isst, sondern auch wie man isst: die Interaktion mit Familie und Freunden, die Verbindung zur Erde und die sozialen Praktiken, die gesunde Gewohnheiten stärken.

Internationale Anerkennung

Die Generalversammlung der UNO hat den 16. November als Internationalen Tag der Mittelmeerdiät festgelegt, eine Initiative, die von Italien und anderen Mittelmeerländern vorangetrieben wurde.

Die FAO wird eine zentrale Rolle bei den jährlichen Aktivitäten übernehmen, mit Maßnahmen zur Verbreitung und Sensibilisierung, die sowohl an die Öffentlichkeit als auch an politische Entscheidungsträger gerichtet sind.

Laufende Initiativen

Die FAO entwickelt SABIR, ein Wissenszentrum, das wissenschaftliche Beweise, Verbrauchsdaten und Ressourcen zu traditionellen Diäten zusammenführen wird. Darüber hinaus soll die Sammlung von Informationen über Ernährungsmuster verbessert werden, um besser zu verstehen, wie sie sich verändern und um gezieltere Interventionen zu ermöglichen.

Schlussfolgerung

Die Mittelmeerdiät ist eines der am meisten untersuchten Ernährungsmodelle der Welt, mit soliden Beweisen für ihre Vorteile. Ihre Erhaltung ist entscheidend für die Gesundheit der Bevölkerung und die Förderung nachhaltiger Ernährungssysteme.

Wie Neufeld abschloss: „Wir hoffen, dass diese Initiativen dazu beitragen, gesunde Diäten zu bewahren, die für die Gesundheit der Bevölkerung und die Förderung nachhaltiger Ernährungssysteme von grundlegender Bedeutung sind“.

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