Der Zensus der westlichen Monarchfalterpopulation in Kalifornien, der im November und Dezember 2025 durchgeführt wurde, verzeichnete 12.260 Individuen an 249 Beobachtungspunkten. Obwohl die Zahl höher ist als die von 2024 (9.119), bleibt sie der drittniedrigste Wert seit 1997, so die Xerces Society.
Die National Wildlife Federation (NWF) forderte den U.S. Fish and Wildlife Service auf, die Art in die Liste der bedrohten Arten aufzunehmen, um Ressourcen und Schutzmaßnahmen zu koordinieren.
Eine Art im Rückgang
Der Monarchfalter wird in zwei Populationen unterteilt:
- Östlich: überwintert in den Bergen Zentralmexikos.
- Westlich: konzentriert sich an der Küste Kaliforniens.
Der niedrigste Wert wurde 2020 mit nur 1.901 Schmetterlingen verzeichnet. Für Experten spiegeln die aktuellen Zahlen einen Trend des kontinuierlichen Rückgangs wider.
Hauptursachen
Wissenschaftler nennen drei kritische Faktoren:
- Klimawandel: verändert die Migrationszyklen und die Verfügbarkeit von Nahrung.
- Verlust und Fragmentierung des Lebensraums: verringert die Fortpflanzungs- und Ruhegebiete.
- Übermäßiger Einsatz von Pestiziden: beeinträchtigt direkt die Pflanzen, von denen sie abhängen, wie die Seidenpflanze.

Warnende Stimmen
- Rebeca Quiñonez-Piñón (NWF): „Es ist notwendig, dass der U.S. Fish and Wildlife Service den Schutz des Monarchfalters als bedrohte Art nicht weiter aufschiebt.“
- Emma Pelton (Xerces Society): betonte, dass sich die Population im zweiten Jahr in Folge auf historischen Tiefstständen hält.
Beide Expertinnen sind sich einig, dass nur groß angelegte kollektive Anstrengungen den Zusammenbruch der Art verhindern können.
Ökologische und kulturelle Bedeutung
Die Monarchfalter erfüllen wichtige Funktionen:
- Bestäubung: sie transportieren Pollen und tragen zur Fortpflanzung von Wildpflanzen und landwirtschaftlichen Kulturen bei.
- Bioindikatoren: sie spiegeln die Umweltgesundheit und die Auswirkungen des Klimawandels wider.
- Nahrungskette: sie dienen als Nahrung für Vögel, Spinnen und kleine Säugetiere.
- Trinationale Migration: sie verbinden Kanada, die Vereinigten Staaten und Mexiko in einem einzigartigen Erhaltungsphänomen.
- Kultureller und touristischer Wert: in Mexiko fällt ihre Ankunft mit dem Tag der Toten zusammen, wo sie als Seelen der Vorfahren angesehen werden und nachhaltigen Tourismus generieren.
Dringende Maßnahmen
Die Aufnahme des Monarchfalters in die Liste der bedrohten Arten würde ermöglichen:
- Koordinierung von Forschungen und föderalen Ressourcen.
- Einbeziehung von Regierungsbehörden, indigenen Stämmen, Naturschutzorganisationen und privaten Landbesitzern.
- Förderung von Politiken zur Reduzierung von Pestiziden und zur Wiederherstellung von Lebensräumen.
Der Monarchfalter ist viel mehr als ein Insekt: Er ist ein ökologisches und kulturelles Symbol Nordamerikas. Sein Schutz ist entscheidend für das Gleichgewicht der Ökosysteme und die Biodiversität.
Der leichte Anstieg im Jahr 2025 sollte die Realität nicht verschleiern: Die Art befindet sich weiterhin auf historischen Tiefstständen und benötigt sofortigen Schutz.



