Nach sieben Jahrzehnten der Abwesenheit kehrte der Jaguar (Panthera onca) in die Esteros del Iberá zurück. Das Wiedereinführungsprojekt, das 2012 mit dem Bau des Centro de Reintroducción del Yaguareté auf der Insel San Alonso begann, hat es geschafft, eine wilde Population zu konsolidieren, die heute 50 freilebende Individuen in Corrientes erreicht.
Dieses weltweit führende Programm positioniert die Provinz als Referenz in ökologischer Restaurierung und Naturtourismus und schafft Präzedenzfälle für ähnliche Initiativen in anderen Regionen Argentiniens und des Kontinents.
Lebensgeschichten: Porá und ihr Junges
Einer der bedeutendsten Momente ereignete sich, als die Forscher Porá beobachteten, ein Weibchen, das 2021 zusammen mit ihrer Mutter Mariuá und ihrer Schwester Karaí freigelassen wurde. Im April 2026 wurde Porá gesehen, wie sie ihr neues Junges trug, den fünfzigsten registrierten Jaguar in freier Wildbahn im Iberá.
„Sie ist ein sehr besonderer Jaguar, der aufgewachsen ist, unabhängig wurde und sich in derselben Gegend niedergelassen hat, in der sie geboren wurde“, betonte Sebastián di Martino, Direktor für Naturschutz bei Rewilding Argentina.
Ein kollektiver Einsatz
Der Erfolg des Programms ist der Zusammenarbeit zwischen:
- Regierung von Corrientes.
- Verwaltung der Nationalparks.
- Fundación Rewilding Argentina und Tompkins Conservation.
- Wissenschaftlern und Experten aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.
Dank dieser Arbeit ist Corrientes von keinem freilebenden Jaguar zu fast 10% der nationalen Population übergegangen und hat sich zur Provinz mit der höchsten Dichte dieser Raubkatzen in der Region Chaco entwickelt.

Ökologischer und touristischer Einfluss
Der Jaguar spielt eine Schlüsselrolle als Spitzenprädator, indem er Populationen anderer Arten reguliert und einen Kaskadeneffekt in der Nahrungskette erzeugt. Das wissenschaftliche Monitoring, durchgeführt vom CONICET, dem Proyecto Yaguareté und der National Geographic Society, dokumentiert die positiven Auswirkungen seiner Rückkehr auf das Ökosystem.
Darüber hinaus fördert die Anwesenheit der Raubkatze den Naturtourismus, stärkt lokale Wirtschaften und etabliert Iberá als eines der bedeutendsten Reiseziele des Landes.
Herausforderungen in anderen Regionen
Während Corrientes diesen Erfolg feiert, ist die Situation in anderen Gebieten kritisch. Im Gran Chaco ist die Jaguarpopulation auf weniger als 20 Individuen reduziert, bedroht durch Abholzung und illegale Jagd. 2020 wurde ein Projekt im Nationalpark El Impenetrable gestartet, um die Population durch die Freilassung von Weibchen zu stärken und das Rewilding-Modell von Iberá zu replizieren.
Dieser Ansatz wird international als Beispiel für Regionen wie den Mata Atlántica in Brasilien und den Süden der Vereinigten Staaten beobachtet.
Die Rückkehr des Jaguars nach Iberá ist mehr als ein Naturschutzerfolg: Es ist eine Geschichte von Resilienz und interinstitutioneller Zusammenarbeit, die Argentinien weltweit an die Spitze der ökologischen Restaurierung stellt. Die Erfahrung inspiriert die Ausweitung von Rewilding-Strategien in neuen Regionen und zeigt, dass Biodiversität zu einem Motor für nachhaltige Entwicklung werden kann.



