Der Oberste Gerichtshof von Chaco (STJ) hat beschlossen, die Verfassungsmäßigkeit der Vorschriften zur Regelung der Raumordnung der einheimischen Wälder (OTBN) zu bestätigen und die gerichtlichen Anträge abzulehnen, die darauf abzielten, das bestehende Schema aufzuheben.
Die Entscheidung, die im Urteil 19/26 festgehalten wurde, wurde mehrheitlich mit Unterstützung der Richter Enrique Varela, Víctor del Río, Emilia Valle und Alberto Mario Modi getroffen, während Richterin Iride Isabel María Grillo abweichend stimmte.
Das Gericht prüfte Klagen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die die Verfassungswidrigkeit der Provinzgesetzgebung zur Aktualisierung des OTBN feststellen lassen wollten. Nach Überprüfung der Anträge befand die Mehrheit, dass die Vorschriften den Richtlinien des Nationalen Gesetzes über einheimische Wälder Nr. 26.331 entsprechen, das Mindestanforderungen für den Umweltschutz festlegt.
Argumente der Mehrheit
Die Richter betonten, dass die Raumordnung ein zentrales Instrument zur Definition der Bodennutzung und zur Vereinbarkeit der Erhaltung der natürlichen Ressourcen mit der wirtschaftlichen Entwicklung ist. Sie wiesen darauf hin, dass ihre Gültigkeit Rechtssicherheit bietet, da sie klare Richtlinien für die produktive Planung festlegt und willkürliche Entscheidungen des Staates einschränkt.
Zudem warnten sie, dass eine eventuelle Aufhebung des Gesetzes ein regulatorisches Vakuum schaffen würde, mit negativen Auswirkungen sowohl auf den Umweltschutz als auch auf die genehmigten produktiven Aktivitäten.
Empfehlungen des Urteils
Obwohl das Gericht die Gesetzgebung bestätigte, wurden ergänzende Leitlinien aufgenommen:
- Die Exekutive muss zusätzliche Mechanismen der sozialen Partizipation umsetzen, insbesondere in Bezug auf den endgültigen Inhalt der Raumordnung.
- Es muss bewertet werden, ob das Regime Auswirkungen auf von Ureinwohnern bewohnte Gebiete hat, was zu Konsultationsprozessen gemäß verfassungsrechtlichen und internationalen Standards führen könnte.
- Die Legislative muss die Ergebnisse dieser partizipativen Instanzen analysieren, um festzustellen, ob normative Änderungen erforderlich sind.
- Der Provinzstaat wurde aufgefordert, Politiken zur Prävention, Überwachung und Sanktionierung illegaler Abholzungen zu stärken sowie Maßnahmen zur Umweltwiederherstellung voranzutreiben.
Richterin Grillo argumentierte, dass der Prozess der Erstellung der Raumordnung Unregelmäßigkeiten aufwies, insbesondere bei der Bürgerbeteiligung und der vorherigen, freien und informierten Konsultation indigener Gemeinschaften. Sie war der Ansicht, dass diese Mängel die Feststellung der Verfassungswidrigkeit der Norm rechtfertigten.

Kontext und Spannungen
Das Urteil erfolgt inmitten eines Szenarios von Spannungen zwischen produktiven Sektoren, Umweltorganisationen und indigenen Gemeinschaften. Die Richter erinnerten daran, dass die Aktualisierung des OTBN angestoßen wurde, nachdem die Justiz die Behebung des Rückstands bei der Überprüfung der geltenden Ordnung, deren Frist abgelaufen war, angeordnet hatte.
Sie würdigten auch den technischen und legislativen Prozess, der zur Verabschiedung der Norm führte und von der nationalen Umweltbehörde validiert wurde.
Bedeutung der einheimischen Wälder von Chaco
Die Wälder von Chaco sind von entscheidender Bedeutung als die zweitgrößte Waldökoregion Südamerikas. Ihre Funktionen umfassen:
- Umweltregulierung: Sie absorbieren Regenfälle, mindern Überschwemmungen und speichern Kohlenstoff.
- Biodiversität: Der Gran Chaco ist der artenreichste subtropische Trockenwald der Welt.
- Wirtschaftliche Dienstleistungen: Sie liefern Edelhölzer, Tannin, Honig und medizinische Produkte.
- Kulturelle Unterstützung: Sie erhalten die Identität und Wirtschaft lokaler Gemeinschaften und indigener Völker.
- Bodenstabilisierung: Sie verhindern Erosion und Degradation, die für Landwirtschaft und Viehzucht unerlässlich sind.
Aktuelle Bedrohungen
Der Gran Chaco steht vor einer der höchsten Entwaldungsraten der Welt, hauptsächlich durch die landwirtschaftliche Expansion. In Argentinien sind etwa 30% der Waldfläche von Chaco verloren gegangen, was den natürlichen Schutz vor klimatischen Phänomenen verringert und die Biodiversität und lokalen Gemeinschaften gefährdet.
Das Urteil des STJ bestätigt die Gültigkeit des OTBN in Chaco, macht jedoch deutlich, dass die öffentliche Politik in ständiger Überprüfung bleiben muss, mit Verbesserungen in Transparenz, sozialer Partizipation und Umweltkontrolle. Der Schutz der einheimischen Wälder ist nicht nur für die Biodiversität und das Klima, sondern auch für die Kultur und Wirtschaft der Region von entscheidender Bedeutung.



