Seit dem 17. Januar 2026 sind die internationalen Gewässer kein Gebiet mehr ohne klare Regeln und verfügen nun über einen gemeinsamen Schutzrahmen mit dem Hochseevertrag.
Dieses Abkommen zielt darauf ab, die Nutzung und den Schutz von fast der Hälfte des Planeten zu ordnen, die heute einem wachsenden Umweltstress ausgesetzt ist.
So beginnt die internationale Gemeinschaft, eine kollektive Verantwortung für Schlüsselekosysteme zu übernehmen, die für das globale Klimagleichgewicht entscheidend sind.
Kooperation zum Schutz dessen, was niemandem gehört
Der Vertrag schafft beispiellose Mechanismen zur Verwaltung von Meeresgebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeiten.
Einerseits ermöglicht er die Schaffung von Meeresschutzgebieten auf der Hohen See, was zuvor keinen rechtlichen Rückhalt hatte.
Darüber hinaus beinhaltet er Umweltverträglichkeitsprüfungen für neue und aufkommende Aktivitäten wie Geoengineering oder die Kohlenstoffbindung im Ozean.

Lateinamerika in einem neuen ozeanischen Szenario
In diesem Kontext treten Lateinamerika und die Karibik als relevante Akteure bei der Umsetzung des Abkommens in Erscheinung.
Die Region nahm aktiv an den Verhandlungen durch flexible Allianzen teil, die es ermöglichten, technische Führungsrollen zu übernehmen.
Auf diese Weise gelang es den Ländern, Prioritäten im Zusammenhang mit dem Meeresschutz und dem Schutz der Biodiversität zu positionieren.
Zwei emblematische Vorschläge in Arbeit
Zu den ersten regionalen Initiativen gehören die Salas und Gómez Rücken und der Thermische Dom. Die Salas und Gómez Rücken, gefördert von Chile, stützt sich auf eine starke ozeanische Tradition und das Wissen des Rapa Nui-Volkes.
Parallel dazu basiert der Thermische Dom, geleitet von Costa Rica, auf wissenschaftlichen Beweisen für seine hohe biologische Produktivität.
Biodiversität und Wissenschaft als Schutzschwerpunkte
Der Thermische Dom ist ein ozeanographisches Phänomen im zentralamerikanischen Pazifik, das emblematische Arten wie den Blauwal und die Lederbackenschildkröte konzentriert.
Obwohl historisch mit Costa Rica assoziiert, wird er nun als gemeinsamer Vorschlag betrachtet, da es sich um internationale Gewässer handelt. So fördert die Initiative ein gemeinsames Management, das auf Wissenschaft und regionaler Zusammenarbeit basiert.

Integrierte Governance angesichts alter Bedrohungen
Der Vertrag führt auch eine ganzheitliche Sichtweise auf Projekte ein, die selbst innerhalb von nationalen Gewässern die Hohe See beeinträchtigen können.
In diesem Sinne müssen Aktivitäten wie die Erkundung von Kohlenwasserstoffen bewertet werden, wenn sie signifikante Auswirkungen über die Grenzen hinaus haben.
Diese Logik zielt darauf ab, eine fragmentierte Governance zu überwinden und zu koordinierten und abgestimmten Entscheidungen voranzuschreiten.
Der Hochseevertrag und seine strategischen Vorteile
Das Abkommen sieht eine gerechte Verteilung der Vorteile aus den marinen genetischen Ressourcen vor. Es stärkt auch den Technologietransfer und den Aufbau von Kapazitäten für Länder mit weniger wissenschaftlichen Ressourcen.
Auf diese Weise können Lateinamerika und die Karibik auf wichtige Informationen über tiefe Biodiversität und nachhaltige Entwicklung zugreifen.
Ein geteilter Ozean mit gemeinsamen Regeln
Mit dem Inkrafttreten des Hochseevertrags macht der Schutz der Ozeane einen entscheidenden Schritt. Die Hohe See ist kein rechtliches Vakuum mehr und wird zu einem Raum der globalen Zusammenarbeit.
Auf diesem Weg positioniert sich die lateinamerikanische Region als Protagonist einer neuen Ära für die ozeanische Governance.



